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Nach Verge und Bitcoin Gold: der Investmentcase 51-Prozent-Attacke

Im Mai 2018 wurden sowohl Verge als auch Bitcoin Gold Opfer einer 51-Prozent-Attacke. Entsprechend stellt sich die Frage, wie sicher andere Kryptowährungen sind. 51crypto verspricht, die Kosten für eine derartige Attacke abzuschätzen.

Dr. Philipp Giese
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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51-Prozent-Attacken sind in den letzten Wochen wieder häufiger Thema geworden. Nicht nur Verge, sondern auch Bitcoin Gold war jüngst Opfer eines derartigen Angriffes. Eine genauere Erklärung einer 51-Prozent-Attacke können Interessierte hier nachlesen. Kurzgefasst können Miner mit einem signifikanten Anteil an der Hashrate einer Kryptowährung viel Schaden anrichten.

Was kann eine 51-Prozent-Attacke erreichen?

An verschiedenen Stellen werden zwei Missverständnisse weitergegeben. Zum ersten muss ein Angreifer nicht über 51 Prozent der Hashrate verfügen, um dem Netzwerk zu schaden. Bitcoin Core Developer Luke Dashjr hat diesem Thema in jüngster Zeit einige Tweets gewidmet. Tatsächlich kann ein Angreifer schon mit 30 Prozent der Hashrate immerhin mit über 10 Prozent Wahrscheinlichkeit selbst Transaktionen mit sechs Bestätigungen negieren. Aktuell besitzt der Mining Pool BTC.com 24,4 Prozent. Transaktionen mit sechs Bestätigungen sind also für BTC.com prinzipiell in vier Prozent der Fälle durchführbar.

Die Blockproduzenten der letzten 7 Tage

Zum zweiten wird teilweise der Schaden einer 51-Prozent-Attacke etwas übertrieben dargestellt. Manche haben den Eindruck, dass Miner mit einer hohen Hashrate das gesamte Netzwerk kontrollieren würden. Das stimmt so nicht.

Eine Entität, welche über einen signifikanten Anteil der gesamten Hashrate verfügt, kann nicht nur alle Mining-Rewards für sich beanspruchen, sondern auch Beiträge aus seiner Wallet doppelt ausgeben. Schließlich ist es dieser Entität auch möglich, Transaktionen zu kontrollieren und so bestimmten Transaktionen den Weg in die Blockchain zu verwehren. Das ist zwar besorgniserregend, jedoch nicht so verheerend, wie es sich manche ausmalen.

Außerdem sollte man nicht vergessen, dass nicht nur die Miner am Konsens beteiligt sind: In einem Proof-of-Work-System verwalten Nodes die Blockchain und können so die Wahrung des Konsenses beobachten. Sollte es zu einer 51-Prozent-Attacke kommen, würden Nodes das über eine Neuorganisation der Blockchain erkennen.

51-Prozent-Attacken – eine neue Form des Investments?

51-Prozent-Attacken waren lange Zeit eher eine Seltenheit. Die oben angesprochenen Angriffe haben das Thema wieder in den Vordergrund gebracht. Über 51crypto sollen die Kosten für Angriffe auf verschiedene Kryptowährungen aufgeschlüsselt sein.

Laut dieser Seite ist der beschriebene Angriff bei manchen Kryptowährungen extrem billig: Einsteinium eine Stunde lang angreifen koste nur 56 US-Dollar – und sei nicht einmal die billigste Möglichkeit! Doch auch Bitcoin selbst soll nur 665.000 US-Dollar kosten. Das wäre für so manchen Hodler doch stemmbar!

Hier erkennt man jedoch auch die Grenzen dieser Berechnung: 51crypto greift auf die Daten von Nicehash zu. Nicehash ist ein Marktplatz für Hashing Power. Man kann hier Hashing Power für verschiedenste Mining-Algorithmen kaufen. Das Angebot ist selbstverständlich begrenzt. Für Bitcoin bedeutet das, dass über Nicehash lediglich 527 PH/s erworben werden können. Bei einer globalen Hashrate von fast 37.000 PH/s kann man also nur 1 Prozent der gesamten Bitcoin-Hashrate kaufen.

Dieses begrenzte Angebot führt zu einer weiteren Fragestellung: Bleiben diese Preise? Es stellt sich die Frage, ob beispielsweise von Bytecoin tatsächlich die Hashrate ohne Einfluss auf die Preise gekauft werden kann.

Die Übersicht von 51crypto ist interessant. Auch wenn dies sicherlich nicht der Sinn der Seite ist, kommt jedoch die Frage auf, ob so nicht einem „Investment-Case Netzwerkattacke“ Vorschub geleistet wird.

Diese Frage lässt sich verallgemeinern: Husam Abboud stellt ein Bewertungskonzept für Kryptowährungen vor, in dem der intrinsische Wert derselben stark an die Sicherheit gekoppelt ist. Sein Bewertungsmodell soll in einem weiteren Artikel vorgestellt werden.

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