55 Experten befragt 

Krypto-Sektor in der Krise: So schlimm ist die Lage laut Insidern

Krisenstimmung im Krypto-Space: Die Nachfrage nach Bitcoin und Co. bei Kleinanlegern ist schlecht, die Kurse ebenso. Wie Insider die Lage bewerten.

Sven Wagenknecht
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Man sieht eine gelbe Ölpipeline am unteren Rand des Bildes. Im Hintergrund eine US-Dollar Banknote und ein Candle-Stick-Chart der nach unten geht

Beitragsbild: Shutterstock

| Wirtschaftskrise im Krypto-Sektor: Die Stimmung ist so schlecht wie seit Jahren nicht mehr

Das Interesse an Bitcoin und dem Krypto-Sektor ist in den vergangenen Monaten stark rückläufig gewesen. Dazu genügt ein Blick auf die Bitcoin-Suchnachfragen bei Google Trends, Aufrufzahlen bekannter Social-Media-Kanäle auf YouTube oder auf die Handelsumsätze der einschlägigen Krypto-Börsen. Während das institutionelle Krypto-Geschäft weiter wächst, herrscht Depression unter den Retail-Anlegern. Dies hat auch Auswirkungen auf die wirtschaftliche Prosperität des Sektors. Die wissenschaftlichen Auswertungen von BTC-ECHO und der IU Internationalen Hochschule untermauern diesen Eindruck. Im Zuge der quartärlich stattfindenden Krypto-Expertenumfrage, unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. David Florysiak, zeichnen die Umfragedaten von 55 Expertinnen und Experten ein klares Bild.

Krypto-Geschäftsklima-Index mit drastischer Tendenz

Um Aufschluss über die aktuelle wirtschaftliche Lage im Krypto-Sektor zu erhalten, wurde der Krypto-Geschäftsklima-Index aufgesetzt. Hierfür werden die Expertinnen und Experten nach ihrer Einschätzung gefragt, die “gut”, “normal” oder “schlecht” ausfallen kann. Dieser bricht, im Vergleich zu den vorherigen Quartalen, regelrecht in sich zusammen.

Lediglich 9,3 Prozent sehen die aktuelle wirtschaftliche Situation der Krypto-Unternehmen als gut an. Im vorherigen Quartal (Q1 2026) waren es noch 23,8 Prozent und davor, im 4. Quartal 2025, sogar ganze 68,6 Prozent. Wenn nicht einmal 10 Prozent der Branchenvertreter die aktuelle Lage als “gut” einschätzen, dann zeigt das, wie schlecht die aktuelle Situation wirklich ist. Das ist ein historischer Negativrekord für die Krypto-Expertenumfrage, die es schon seit über zwei Jahren gibt.

Dafür steigt der Anteil der negativen Einschätzungen von 7,1 Prozent im Vorquartal auf nun 37 Prozent. Die Krise im Krypto-Sektor hat sogar dazu geführt, dass der Indexstand erstmalig ins Negative gedreht ist. Von 16,7 Prozent im vorherigen Quartal auf nun – 27,8. Der Index wird berechnet, indem der Prozentsatz der positiven Bewertungen von dem Prozentsatz der negativen Bewertungen abgezogen wird.

Krypto-Optimismus unter Branchenvertretern weiter rückläufig

Wie optimistisch blicken unsere Insider auf die Krypto-Branche? Anhand einer Skala von 0 bis 100 haben wir einen Krypto-Optimismus-Index entwickelt, der darüber Aufschluss geben soll. Im Vergleich zum vorherigen Quartal (Q1 2026) ist der Optimismus weiter zurückgegangen, von 71,2 auf inzwischen 67,5 Indexpunkte.
Dabei waren 40 Prozent optimistischer, 34,5 Prozent weniger optimistisch und 25,5 Prozent sahen keine Veränderung in ihrem Optimismus im Vergleich zum vorherigen Quartal. 

Der Abfall mag gering wirken, allerdings darf man hierbei nicht vergessen, dass der große Optimismus-Einbruch bereits im Übergang von Q4 2025 auf Q1 2026 geschehen ist. In der Befragung von Q4 2025 lag der Indexwert bei immerhin 79 Indexpunkten. Im Vergleich zum Krypto-Geschäftsklima-Index könnte man festhalten: Der Optimismus steht relativ zur wirtschaftlichen Lage besser da beziehungsweise ist weniger stark zurückgegangen.

Krypto-Markt in der Krise: Die Lageeinschätzung

Der Bitcoin-Bärenmarkt zehrt an den Nerven vieler Investoren. Die Stimmung im Krypto-Markt ist spürbar eingetrübt und immer mehr stellen sich die Frage, wann die Kurse endlich wieder nachhaltig drehen. So antwortet unter anderem André Dragosch, Director und Head of Research bei dem Krypto-ETF- und ETP-Anbieter Bitwise, gegenüber BTC-ECHO: “Die gute Nachricht ist, dass wahrscheinlich ein Großteil der ‘bad news’ nach dieser 50-Prozent-Korrektur bei Bitcoin bereits eingepreist ist. Wir warten sozusagen nur noch auf die ‘good news’, die den Katalysator für den nächsten Bullenmarkt liefern.” Woher dieser Impuls kommen könnte, hat für Dragosch eine klare Adresse: “Ich vermute, dass dieser von den Zentralbanken kommen wird.” Bis dahin bleibe es aber holprig.

David Kurz von der niederländischen Krypto-Börse Bitvavo blickt ähnlich zurückhaltend auf die Lage: “Meiner Meinung nach ist der ‘maximale Schmerz’ im Markt noch nicht vollständig erreicht.” Gleichzeitig laufe im Hintergrund längst die nächste Phase. “Die institutionelle Adaption und der infrastrukturelle Ausbau schreiten kontinuierlich voran.”

Bitcoin-Kurs: Tiefpunkt bei 60.000 US-Dollar?

Dietmar Schantl-Ransdorf von Bitpanda Wealth richtet den Blick auf das makroökonomische Fundament: “Makroökonomie schlägt Charttechnik: Die wahren Treiber für Bitcoin sind aktuell geopolitische Konflikte und die globale Liquidität.” Daraus leitet er eine klare Handlungsempfehlung ab: “Wer die unvermeidlichen, nachrichtengetriebenen Rücksetzer aushält, findet darin strategische Einstiegschancen für den mittelfristigen Aufwärtstrend.”

Alex von Frankenberg, Bitcoin-Enthusiast und ehemaliger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds, ist sich sicher, dass der Tiefpunkt bereits hinter uns liegt: “Wir haben meiner Ansicht nach Anfang Februar bei 60.000 Dollar den Tiefpunkt des Bärenmarkts erreicht.”

Diese Aussagen zeigen, dass unsere Insider lediglich von einer temporär harten Phase ausgehen. Denn gleichzeitig blicken 90 Prozent der befragten Expertinnen und Experten positiv auf die kommenden Monate.

Wer wissen möchte, wie weitere Insider den Bärenmarkt einordnen, welchen Bitcoin-Kurs sie bis Oktober 2026 erwarten und welchen Einfluss KI-Agenten auf den Krypto-Sektor haben, der kann dies im kostenlosen BTC-ECHO Insider Report nachlesen.

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