Eurozone 

Frankreichs Schuldenkrise spitzt sich zu: Wird Bitcoin zum Krisengewinner?

Schon bei der Zypern-Krise 2013 profitierte Bitcoin von geschlossenen Banken und Kapitalkontrollen. Wiederholt sich das jetzt in Frankreich?

Jan-Malte Minnerup
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Schloss Bellevue, Staatsbesuch des französischen Präsidenten: Emmanuel Macron vor einer EU-Fahne

Beitragsbild: Picture Alliance

| Frankreich muss für neue Schulden so hohe Zinsen zahlen wie seit 2002 nicht mehr

Wer derzeit auf Deutschlands größtes Nachbarland schaut, sieht Zustände, die stark an einen Bürgerkrieg erinnern. Und jetzt stieg auch noch die Rendite der zehnjährigen französischen Staatsanleihen erstmals seit 2002 über die Marke von fünf Prozent. Damit muss die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone für neue Schulden so hohe Zinsen bieten wie seit 24 Jahren nicht mehr. Angesichts der angespannten Haushaltslage und der politischen Unsicherheiten wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation.

Frankreichs Finanzprobleme verschärfen sich

Der Risikoaufschlag gegenüber vergleichbaren deutschen Bundesanleihen liegt inzwischen bei 157 Basispunkten und nähert sich einem Niveau, das zuletzt während der europäischen Schuldenkrise 2011 erreicht wurde. Damals geriet vor allem Griechenland in eine schwere Finanzkrise und musste mit internationalen Hilfspaketen vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden. Heute liegt der hochverschuldete Mittelmeerstaat bei den zehnjährigen Staatsanleihen sogar 60 Basispunkte unter Frankreich. Dort ist man zwar noch weit entfernt von einer vergleichbaren Situation, allerdings zeigen die steigenden Finanzierungskosten, dass Anleger zunehmend an der Stabilität der französischen Staatsfinanzen zweifeln.

Hintergrund ist vor allem die angespannte Haushaltslage mit einer Staatsverschuldung, die schon bald auf mehr als 120 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen könnte. Dazu kommt ein erhebliches Haushaltsdefizit, das selbst bei Umsetzung der geplanten Sparmaßnahmen bei mindestens fünf Prozent liegen dürfte.

Wird Bitcoin zum Gewinner der Schuldenkrise?

Dass Bitcoin in solchen Situationen verstärkt auf sich aufmerksam machen kann, zeigte sich bereits bei der Bankenkrise in Zypern 2013. Damals mussten Bankkunden mit Guthaben von mehr als 100.000 Euro einen Teil ihrer Einlagen zur Rettung des Finanzsystems abgeben. Außerdem blieben die Banken zehn Tage geschlossen und Kapitalverkehrskontrollen schränkten den Zugriff auf Ersparnisse ein, was Bitcoin einen unverhofften Anstieg bescherte.

Sollten die Probleme in Frankreich allerdings auf weitere europäische Banken übergreifen, könnten sich Investoren auch gezwungen sehen, Risiko-Assets wie Bitcoin zu verkaufen, um Verluste auszugleichen oder Liquidität zu beschaffen.

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