Cybersicherheit 

Europol warnt vor Quantenangriffen auf Bitcoin-Wallets

Ein Drittel aller BTC liegt auf Adressen, die eines Tages nicht mehr sicher sind. Wer seine Adressen mehrfach nutzt, könnte einen hohen Preis zahlen.

Jan-Malte Minnerup
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Das Europol Headquarter in Den Haag

Beitragsbild: Shutterstock

| Die größte Schwachstelle gegenüber Quantencomputern sieht Europol bei den Schlüsseln der Nutzer

Auch wenn ihnen noch die nötige Rechenleistung fehlt, könnten Quantencomputer die kryptografischen Schutzmechanismen von Bitcoin und anderen Kryptowährungen möglicherweise eines Tages aushebeln. Die europäische Polizeibehörde Europol sieht darin offenbar eine Gefahr und warnt in einem kürzlich veröffentlichten Bericht davor, zu lange mit Gegenmaßnahmen zu warten.

Warum Bitcoin-Wallets besonders gefährdet sind

Die Behörde sieht demnach vor allem Bitcoin als gefährdet an. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könne mithilfe spezieller Rechenverfahren aus einem bekannten öffentlichen Schlüssel den dazugehörigen privaten Schlüssel ableiten. Angreifer wären damit theoretisch in der Lage, fremde Bitcoin ohne Zustimmung der Eigentümer zu transferieren.

Allerdings sind nicht alle Bitcoin-Adressen gleichermaßen betroffen. Bei vielen Adresstypen wird zunächst nur ein aus dem öffentlichen Schlüssel berechneter Wert sichtbar. Der eigentliche öffentliche Schlüssel wird häufig erst beim Ausgeben der Bitcoin offengelegt. Bei älteren Adressformen oder bereits verwendeten Schlüsseln kann diese Information dagegen schon öffentlich zugänglich sein. Nach aktuellen Schätzungen befinden sich rund 6,9 Millionen Bitcoin auf solchen Adressen.

Europol betont aber auch, dass andere Sicherheitsmaßnahmen der Blockchain weniger anfällig sind. Vor allem die kryptografischen Hashfunktionen, die unter anderem für die Verknüpfung der Blöcke verwendet werden, gelten als vergleichsweise widerstandsfähig.

Europol fordert frühzeitige Sicherheitsupdates

Wann Quantencomputer in der Lage sein werden, die heute verwendeten digitalen Signaturen zu überwinden, ist weiterhin ungewiss. Die Polizeibehörde empfiehlt dennoch einen schrittweisen Umstieg auf quantenresistente kryptografische Verfahren, um nicht eines Tages von der neuen Sicherheitslücke überrascht zu werden. Gerade bei dezentralen Netzwerken wie Bitcoin brauchen solche Umstellungen Zeit. Änderungen müssen zunächst auf technischer Seite entwickelt und anschließend von einem ausreichend großen Teil des Ökosystems übernommen werden.

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