Status Quo Ethereum-Kursexplosion – Strohfeuer oder Großbrand?
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Ethereum-Münzen, darauf die hufe eines Modell-Bullen

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Ethereum verkürzt mit großen Schritten den Abstand zum Allzeithoch. Doch der rasche Kursanstieg fällt Anlegern immer wieder auf die Füße.

Auch wenn die meisten Augen in 2020 auf Bitcoin gerichtet waren: Ethereum (ETH) hat unterm Strich die bessere Jahresabschlussbilanz vorzuweisen. Konnte die Nr. 1 um immerhin 300 Prozent zulegen, verbucht die zweitgrößte Kryptowährung aufs Jahr gerechnet ein Plus von beachtlichen 480 Prozent. Dass Ethereum diesen Schwung auch im neuen Jahr mit nimmt und sich allmählich zum Allzeithoch aufmacht, zeigt sich an den weiterhin durch die Decke schießenden Wachstumskurven.


Das Jahr könnte für Ethereum-Anleger kaum besser starten. Mit einem Wechselkurs von aktuell 1.152 US-Dollar verteidigen die Ether-Bullen die erst am 4. Januar wieder erreichte Tausendermarke energisch und treiben den Ether-Kurs langsam, aber sicher zu alter Formstärke. Dass Ethereum das Rekordhoch von 1.448 US-Dollar aus 2018 einstellt, scheint mit Blick auf den derzeitigen Wachstumsschub nur eine Frage der Zeit.

Ethereum erobert die Wallets

Wie auch beim großen Bruder Bitcoin wird die Kursrallye in erster Linie von privaten und institutionellen Investoren angetrieben. Doch auch die stete Verbreitung dezentraler Finanzanwendungen (DeFi) trägt maßgeblich zur jetzigen Kursexplosion bei. Über die Jahre hat sich die Investorenbasis ausdifferenziert, Smart-Contract-basierte DeFi-Anwendungen sind salonfähig geworden und Ethereum schließlich zu einer Anlageklasse gereift, der auch vermögende Finanzmarktakteure einen Platz im Portfolio einräumen.

Dies zeigt sich an der zuletzt gestiegenen Anzahl der Wallets, die 10.000 oder mehr Ether und damit bei aktuellen Wechselkurs über 11.5 Millionen US-Dollar in ETH halten. Knapp 1.100 Wallets zählen Glassnode bereits, wobei sich ein deutlicher Zuwachs seit September 2020 zeigt.

Dass sich immer mehr Großinvestoren die Wallets voll stopfen, steht in Korrelation zur Kursentwicklung. Beide Kennzahlen schaukeln sich dabei immer wieder gegenseitig hoch: Steigt der Ether-Kurs, ziehen auch die Kapitalzuflüsse von Vermögenden an. Füllen diese wiederum ihre Vorräte auf, verknappt sich im Umkehrschluss der Supply, was als Folge den Kurs nach oben treibt. Eine Spirale, die die Kursrallye permanent katalysiert.

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Auf der anderen Seite drängen aber auch Kleinanleger vermehrt in den Markt. Ein Gradmesser für das steigende Interesse ist das Google-Suchvolumen nach Ethereum, dass in den ersten Januarwochen bereits auf ein Rekordhoch geschossen ist.

Ein Wermutstropfen

Auch wenn sich Ether-Investoren mit Blick auf die jüngsten Chartbilder die Hände reiben, bekommen sie immer wieder eine bittere Pille verabreicht: Horrende Transaktionsgebühren. Wird das Ethereum-Netzwerk von Transaktionen geflutet, kurbeln sich die Kosten regelmäßig hoch – zum Leidwesen vor allem für diejenigen Anleger, die Miminalbeträge durch das Netzwerk bringen wollen.

Erst am Montag, den 11. Januar stiegen die Gebühren laut bitinfocharts mal wieder auf ein Allzeithoch von durchschnittlich 16,5 US-Dollar pro Transaktion. Mit aktuell 0.0047 ETH, umgerechnet 5.46 US-Dollar, haben sich die Gebühren zwar nur in drei Tagen auf Normalniveau gedrittelt. Eine dauerhafte Erholung ist aber wohl noch Zukunftsmusik. Zu groß ist nach wie vor der regelmäßig zu verarbeitende Durchsatz an Transaktionen, gerade wenn Ethereum stark im Wert zulegt.

Dieser Trend wird zudem durch die Ether-Einbindung in immer mehr DeFi-Anwendungen verstärkt. So platzt die Ethereum Blockchain allmählich aus allen Nähten. Ein Problem, dass dem Netzwerk seit der Geburtsstunde im Nacken sitzt. Mit durchschnittlich 15 Transaktionen, die sich pro Sekunde verarbeiten lassen, liegt die Transaktionskapazität von Ethereum zwar doppelt so hoch wie die von Bitcoin. Für die Menge ist das Netzwerk dennoch nicht ausgelastet. Ethereum bekommt das Skalierungsproblemm nicht in den Griff.

Ein Umstand, der erst mit der finalen Umstellung des Proof-of-Work zum Proof-of-Stake-Konsensverfahren während des laufenden Serenity-Upgrades abgehakt werden dürfte. Obwohl das Konsensverfahren dem Stresstest in der Testnetumgebung bereits Stand hält, könnten bis zum Mainnet-Launch aber noch einige Jahre verstreichen. Bis dahin müssen sich Trader entweder in Geduld üben und den Gebührenwucher hinnehmen. Oder sie weichen auf Layer-2-Lösungen aus, die schon jetzt vielversprechende Antworten auf die Skalierungsfrage geben. Welche Lösungen sich in 2021 etablieren könnten, kann man hier nachlesen.


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