US-Notenbankensystem prüft CBDC Federal Reserve greift nach digitaler Zentralbankenwährung

Moritz Draht

von Moritz Draht

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Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Im globalen Rennen um die erste Einführung einer digitalen Zentralbankenwährung hat sich die Federal Reserve bisher in Schweigen gehüllt. Nun hat sich eine Vertreterin des Notenbanksystems eingeschaltet und die Pläne einer US-amerikanischen CBDC bestätigt.

Digitale Zentralbankenwährungen dominieren aktuell die Diskussionen im globalen Finanzsektor. Während eine Vielzahl an Ländern bereits intensiv an der Entwicklung entsprechender Währungen arbeiten, hat sich die US-amerikanische Federal Reserve Bank bislang nicht über die Schulter schauen lassen. Auf dem „Symposium on the Future of Payments“ der Stanford Graduate School of Business hat Gouverneurin Lael Brainard nun bestätigt, dass der Verband der US-Notenbanken ebenfalls an einer digitalen Währung und einer entsprechenden Infrastruktur forscht.

Federal Reserve erwägt eigenen digitalen Coin


Wie Reuters berichtet hat Brainard auf der Konferenz in Stanford die Pläne einer digitalen Zentralbankenwährung der Federal Reserve bestätigt. Dabei hat sie die Vorteile eines digitalen Zahlungssystems für Banken und Verbraucher hervorgehoben:

Durch die Umwandlung von Zahlungen hat die Digitalisierung das Potenzial, einen größeren Wert und Komfort zu geringeren Kosten zu bieten.

Laut Brainard entwickle die US-Notenbank derzeit eine Echtzeit-Zahlungs- und Abwicklungsmethode, die bereits erste Tests durchlief. Die US-Notenbank forsche demnach momentan nach Möglichkeiten, wie sich die Blockchain-Technologie im Bankensystem verwalten ließe:

Die Fed führt auch Forschungen und Experimente in Bezug auf Technologien für Distributed Ledgers und deren potenziellen Einsatz für digitale Währungen durch, einschließlich des Potenzials für eine CBDC (Central Bank Digital Currency).

Libra und China erhöhen den Druck auf die USA

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Noch zwei Jahre zuvor hat Brainard auf einer Konferenz gesagt, dass es „keine zwingende Notwendigkeit“ für eine digitale Zentralbankenwährung gebe. Und auch der Präsident der Federal Reserve of Dallas, Robert Kaplan, gab sich noch im Oktober letzten Jahres zurückhaltend. Zwar bestätigte er das wachsende Interesse der Fed an einer CBDC. Konkrete Ansätze zur Umsetzung wurden aber zum damaligen Zeitpunkt laut Kaplan nicht verfolgt.

Seitdem hat Facebooks geplante Einführung von Libra jedoch den Druck auf die Zentralbanken erhöht. Brainard bereite demnach vor allem das Vordringen digitaler Zahlungssysteme in privaten Händen Sorgen:

Einige der neuen Akteure befinden sich außerhalb der regulatorischen Leitplanken des Finanzsystems, und ihre neuen Währungen könnten Herausforderungen in Bereichen wie illegale Finanzen, Datenschutz, Finanzstabilität und Übertragung der Geldpolitik mit sich bringen.

Neben Projekt Libra, das sich momentan eher aufzulösen statt zu konkretisieren scheint, verstärkt vor allem Chinas Voranschreiten die Bemühungen der US-amerikanischen Notenbank. Mit einem noch in diesem Jahr zu erwartenden E-Renminbi droht China, die Währungshoheit des US-Dollars zu gefährden. Laut Brainard müsse die Fed daher „in der Forschung als auch in der Entwicklung von Strategien an der Spitze stehen“.

Zunächst müssten aber Regularien geschaffen werden, die eine von den Zentralbanken herausgegebene digitale Währung in einen rechtssicheren Rahmen betten. Somit ließe sich eine Gefährdung der Finanzstabilität verhindern sowie der Verbraucherschutz stärken:

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In den Vereinigten Staaten muss der öffentliche Sektor nicht weniger als in anderen großen Volkswirtschaften aktiv mit dem Privatsektor und der Forschungsgemeinschaft zusammenarbeiten, um zu prüfen, ob neue Leitplanken eingerichtet werden müssen, ob bestehende regulatorische Grenzen neu gezogen werden müssen und ob eine CBDC im Netz wichtige Vorteile bringen würde.

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