1 Million Bitcoin Craig Wright gehen die Beweise aus

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Quelle: Shutterstock

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Bislang konnte Craig Wright im Rechtsstreit um das Bitcoin-Vermögen des Tulip Trust seinen Kopf noch immer aus der Schlinge ziehen. Das neuste Ultimatum könnte dem Zeitspiel jedoch bald ein Ende setzen.

Der Prozess zwischen Craig Wright und dem Kleiman-Nachlass spitzt sich weiter zu. Das zuständige Gericht in Florida hat den jüngsten Coup des selbsternannten Bitcoin-Erfinders entzaubert und ein erneutes Ultimatum gestellt.

Craig Wright hat sein Pulver verschossen

Der Rechtsstreit zwischen Craig Wright und Ira Kleiman, dem Bruder seines ehemaligen Geschäftspartners Dave Kleiman, sollte eigentlich Klarheit über den Verbleib und rechtmäßigen Anspruch des Tulip Trust, in dem 1,1 Millionen Bitcoin eingelagert sind, schaffen. Bislang ist der Prozess aber durch Wrights Verzögerungstaktiken behindert worden. Nun scheint dem zuständigen Richter Bruce E. Reinhart die Geduld auszugehen.

Zwar ließ sich die Frage des Anspruchs längst klären, von den Bitcoin fehlt aber weiterhin jede Spur. Demnach steht Ira Kleiman die Hälfte des gesamten Bestands zu – 500.000 Bitcoin. Bisher scheiterte die Auszahlung jedoch an einem kleinen Detail: Niemand verfügt über die nötigen Keys, um sich Zugriff zu den verschlüsselten Dateien des Tulip Trust zu verschaffen. Und ohne Keys bleibt der digitale Schatz für immer begraben.


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Doch Tausendsassa Craig Wright schüttelte ein Ass aus dem Ärmel und behauptete, ein Kurier würde die Keys im Januar überbringen. Dass es nicht zur Übergabe kam, war wenig überraschend. Doch Wright war nicht um eine interessante Erklärung verlegen.

So soll der Kurier als Anwalt tätig sein und zudem als Treuhänder den Tulip Trust verwaltet haben. Als solcher wäre der ominöse Bote von seiner Aussagepflicht entbunden und die Kommunikation zwischen ihm und Wright fiele unter Anwaltsprivilegien. Doch auch dieser Braten roch komisch und so hat Richter Reinhart das Argument im jüngsten Gerichtsdokument in Zweifel gezogen.

Das Eis wird dünn

In der entsprechenden eidesstattlichen Erklärung stellt sich der vermeintliche Anwalt Mayaka zunächst förmlich vor:

Ich bin Rechtsanwalt und habe meinen Bachelor of Law im Jahr 2007 an der Universität Moi in Kenia erworben.

Um den Anwaltstatus zu verbriefen, hat Craig Wright dem Gericht netterweise das dazugehörige LinkedIn-Profil von Herrn Mayaka eingereicht:

Dr. Wright stellte auch einen Ausdruck eines LinkedIn-Profils vor, das Herrn Mayaka mit einem Bachelor of Laws der Universität Moi zeigt. Dr. Wright stützt sich auch auf seine eidesstattlichen Aussagen, die behaupten, dass Herr Mayaka ein Berater des Trust ist.

Doch dem bestechenden Argument zum Trotz, zeigte sich Reinhart wenig überzeugt und stellte nüchtern fest:

Insbesondere angesichts meiner vorherigen Feststellung, dass Dr. Wright in diesem Rechtsstreit gefälschte Dokumente erstellt hat, lehne ich es ab, mich auf diese Art von Dokument zu verlassen, das von jedem leicht mit einer Textverarbeitungssoftware und einem Stift hätte erstellt werden kann.

Wright beißt sich an Richter Reinhart die Zähne aus und scheint in ihm seinen idealen Konterpart gefunden zu haben. Der Richter zeigt sich zusehends entnervt von Wrights Hinhaltetaktik und musste bereits feststellen,

dass Dr. Wright in meiner Gegenwart einen Meineid geleistet hat.

Bis zum 12. März hat Craig Wright nun Zeit, die nötigen Dokumente nachzureichen und die Angaben seiner Bitcoin-Adressen zu erklären.


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