Halbjahresbericht Coinbase zieht bullishe Halbjahresbilanz für Bitcoin und verrät Nutzerzahlen

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die US-amerikanische Bitcoin-Börse Coinbase hat das zurückliegende Halbjahr Revue passieren lassen und zieht unterm Strich eine positive Bilanz für den Krypto-Markt.

Coinbase ist für viele nordamerikanische Investoren die erste Anlaufstelle, wenn es um den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen geht. Dabei zielt die Exchange spätestens seit der Gründung des Kryptoverwahrservices Coinbase Custody explizit auf Kunden aus dem institutionellen Bereich. In ihrem Halbjahresbericht stellt die Bitcoin-Börse fest, dass das Interesse von Großinvestoren an BTC und Co. weiter gestiegen ist. Immer mehr begriffen Bitcoin demnach als einen Gegenentwurf zur expansiven Geldpolitik, die von Notenbanken weltweit derzeit betrieben würde:

Die Investoren haben erst damit begonnen, die Beziehung zwischen makroökonomischer Politik und Krypto zu entwirren, aber wir sehen eine wachsende Basis unserer institutionellen Kunden, die sich um die These herum organisieren, dass – BTC im Besonderen – den Zugang zu einem alternativen System mit einer Angebotsmechanik bietet, die diametral entgegengesetzt ist zu der Geldpolitik der Zentralbanken im Jahr 2020: Knappheit versus Expansion, Vorhersehbarkeit versus Unsicherheit, Dezentralisierung versus Zentralisierung, Software versus Menschen.


In dem Bericht begrüßt Coinbase den Umstand, dass immer mehr Zahlungsdienstleister ihren Kunden die Möglichkeit bieten, in Kryptowährungen zu investieren. Besonders Square, das FinTech-Unternehmen von Twitter-CEO Jack Dorsey, wird dabei hervorgehoben. Square legte für Q1 ein beeindruckendes Umsatzwachstum für sein Bitcoin-Geschäft vor:

Laut ihrem Antrag für das erste Quartal 2020 erreichte der Brutto-BTC-Umsatz von Square im ersten Quartal 306 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um 367,1 Prozent im Jahresvergleich von 66 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2019. Dies stellt mit deutlichem Abstand den am schnellsten wachsenden Einnahmeposten im Quartalsbericht von Square dar.

Was Coinbase nicht erwähnt: Square macht mit Bitcoin kaum Gewinn. Auf einen Jahresumsatz von 516 Millionen entfällt für das Bitcoin-Geschäft von Dorseys zweitem Standbein ein Profit von lediglich 8 Millionen US-Dollar. Das Bitcoin-Engagement des US-Zahlungsdienstleisters ist bislang vor allem ideologisch motiviert – was freilich nichts schlechtes heißen muss.

DeFi boomt – auch auf Coinbase

Indessen ist auch der Boom von Plattformen für dezentralisierte Finanzdienstleistungen (DeFi) nicht spurlos am US-amerikanischen Branchenprimus vorbeigegangen. Die Autoren des Reports interpretieren das explosionsartige Wachstum von COMP und Co. als einen erfolgreichen Proof of Concept für das Prinzip DeFi:

Wir haben in H1 [erstes Halbjahr 2020] positive erste Anzeichen für die Validierung einiger Kernpunkte von DeFi gesehen, vor allem funktionierende Anreizsysteme, die die Verwendung neuer Protokolle durch die Verteilung ihrer nativen Token an die Benutzer und die aktive Teilnahme an der Verwaltung belohnten – oder die Praxis von On-chain Voting, um die Entwicklung eines Protokolls zu steuern.

Coinbase weist jedoch darauf hin, dass sich besagte Protokolle noch in einem sehr frühen Stadium befinden – und bislang nur von wenigen Markteilnehmern restlos verstanden werden. Die Bitcoin-Börse plaudert zudem aus dem Nähkästchen, was ihre Nutzerzahlen betrifft. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben über 33 Millionen Kunden. Knapp ein Viertel interessiert sich nur für Bitcoin.

Meanwhile in Malta: Binance berichtet gesunkenes Handelsvolumen

Auch Coinbase-Konkurrent Binance hat im Juli Bilanz gezogen. Darin konstatiert die maltesische Bitcoin-Börse ein im Vergleich zu Q1 gesunkenes Handelsvolumen bei fast allen Kryptowährungen mit großer Marktkapitalisierung. Und das trotz solider Kursentwicklungen, allen voran bei Bitcoin, Ethereum und Cardano (ADA):

Inmitten dieses ungewöhnlichen Musters übertraf ETH BTC mit einer Quartalsrendite von +69,7 Prozent, was möglicherweise auf das Wachstum von DeFi und die Erwartung von ETH 2.0 zurückzuführen ist. Unterdessen war die Kursentwicklung von XRP flach, mit einer Preisrendite von nur +0,5 Prozent und einem Rückgang des Gesamtvolumens um mehr als -50 Prozent (QoQ). In den Top-Ten der Krypto-Märkte war ADA (Cardano) einer der einzigen Aktivposten, der eine dreistellige Preisrendite mit einer vierteljährlichen Rendite von 173,8 Prozent (bei einem Anstieg des Gesamtvolumens von nur +43,4 Prozent) aufwies,

resümiert Binance die Entwicklung des Krypto-Markts in Q2.

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