Kryptohandel, Chinesischer Kryptohandel trotzt Verboten – Wie Börsen die gesetzlichen Schranken umgehen

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Chinesischer Kryptohandel trotzt Verboten – Wie Börsen die gesetzlichen Schranken umgehen

Trotz hoher gesetzlicher Schranken und Verbote wächst der chinesische Kryptohandel munter weiter. Immer mehr Börsen finden Strategien, die Hürden der Behörden zu umgehen und trotzen so drohenden Strafen.

Dass es Kryptobörsen im Reich der Mitte nicht leicht haben, ist spätestens seit Herbst 2017 bekannt. Vor nun rund einem Jahr hatte Peking harte Bandagen gegenüber dem unkontrollierten Geldhandel im Land angelegt und den Betrieb der Börsen kurzerhand verboten. Dennoch erfreuen sich Kryptowährungen in China nach wie vor großer Beliebtheit – dies lässt auch das Geschäft der Börsen weiter florieren.

Denn wie die South China Morning Post nun berichtet, trüben die gesetzlichen Schranken und Verbote das Geschäft chinesischer Kryptohändler nur bedingt. Vielmehr fänden immer mehr Börsen Umwege und Strategien, den Behörden aus dem Weg zu gehen.

Dabei würden die Betreiber zu einer Vielzahl von Werkzeugen greifen. Einerseits etwa würden Handelsplattformen statt ihren Betrieb einzustellen, das Geschäft einfach unter neuen Namen und Domains weiterführen. Eine Strategie sei es dabei, sowohl ausländische Server zu nutzen als auch ihr Geschäft offiziell im Ausland anzusiedeln.


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Ein Beispiel hierfür sind die ehemaligen chinesischen Marktführer OKCoin und Huobi. Wie BTC-ECHO vergangenen November berichtete, heißen diese nun OKEx und Huobi Pro und operieren von Hongkong aus. Kleinere Börsenanbieter hingegen würden ihren Betrieb auch weiterhin aus dem Inland steuern, so die Post.

Andererseits würden immer mehr chinesische Börsen ihr Geschäft selbst dezentralisieren und stattdessen auf sogenannte Peer-to-Peer-Lösungen setzen. Dabei vermittelt die Börse lediglich Käufer und Verkäufer. Die wiederum handeln untereinander und setzen dabei auf die Dienste von Bezahlsystemen wie der AliBaba-Tochter Ant Financial und ausländischer Börsen. Für den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen wird der chinesische Yuan dabei etwa in die wertstabile Kryptowährung Tether umgewandelt, um so die Transaktion zu verschleiert.

VPN-Verbindungen als Wurmloch

Zudem würden Börsen sogenannte Virtual Private Networks (VPN) nutzen, um unentdeckt zu bleiben und gesperrte ausländische Websites aufzurufen. Im August verkündeten die chinesischen Staatsmedien, insgesamt mehr als 120 ausländische Kryptobörsen für die Nutzer chinesischer Netze sperren zu wollen. Mit VPN-Verbindungen lassen sich solche Sperren umgehen.

Unter VPNs versteht man Internetverbindungen, die die wahren IP-Adressen der Netzteilnehmer verbergen, indem sie den Datenverkehr über verschiedene Serversysteme leiten. Derzeit sind solche Verschleierungssysteme in China nicht verboten.

Zwar heißt es in dem Artikel, chinesische Behörden seien durchaus in der Lage, die verwischten Spuren zurückzuverfolgen. Dennoch seien solche Ermittlungen gerade im Massengeschäft aufwendig und damit wenig effektiv.

Expertenstimmen: Ausradieren des Kryptohandels unmöglich

Vielmehr könnten die neuesten Attacken Pekings nur denjenigen Firmen wirklich etwas anhaben, die eine Umsiedlung ins Ausland angekündigt hätten, aber immer noch in China ansässig wären, erklärt etwa Kryptobörsenbetreiber Terence Tsang. Zwar heißt es in dem Artikel, es könnte durch die Warnungen kurzfristig das Interesse von besonders Branchenneulingen gedämpft werden. Ein gänzliches Ausradieren chinesischer Börsen wiederum sei jedoch schwerlich zu erreichen.

Nach Einschätzung zahlreicher Experten sei es nahezu unmöglich, den chinesischen Kryptohandel einzudämmen. Dennoch bleibt der Handel mit Kryptowährungen im Reich der Mitte ein Tanz auf der Rasierklinge und alles andere als risikofrei. Einmal dem rechtwidrigen Kryptohandel überführt, drohen Angeklagten nach chinesischem Recht nicht nur bis zur fünf Jahre Gefängnis. Wird der Handel als finanzieller Betrug ausgelegt, lautet das Urteil „lebenslänglich“ – bis 2015 war sogar die Todesstrafe möglich.

BTC-ECHO

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