- Der US Supreme Court hat Donald Trumps breit angelegte “Liberation Day”-Zölle in einer 6–3-Entscheidung größtenteils für rechtswidrig erklärt. Die Richter urteilten, dass der Präsident mit Verweis auf das International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) seine Befugnisse überschritten habe und für solche Importabgaben eine klare Zustimmung des Kongresses nötig sei.
- Betroffen sind vor allem die weitreichenden, per Notstandsargument begründeten Zölle, nicht automatisch jede einzelne Tarifmaßnahme. Zugleich bleibt die heikelste Frage offen: Was passiert mit bereits vereinnahmten Geldern? Im Raum stehen rund 134 Milliarden US-Dollar an Einnahmen aus den umstrittenen Zöllen, in manchen Schätzungen sind über 175 Milliarden US-Dollar potenziell rückzahlungsrelevant. Wie Rückerstattungen praktisch laufen, ist unklar und dürfte nun die unteren Instanzen beschäftigen.
- Makroökonomisch wirkt das Urteil zunächst wie ein Entspannungssignal. Weniger Zollrisiko kann Unsicherheit für Unternehmen senken und Preisdruck über Importkosten dämpfen. Entsprechend reagierten die Märkte kurzfristig positiv, als der US-Dollar zeitweise nach gibt.
- Für Bitcoin ist das relevant, weil der Kurs stark von Liquidität und Risikoappetit abhängt. Ein “Risk-on”-Impuls und ein schwächerer US-Dollar stützen häufig auch Krypto-Assets. Gleichzeitig bleibt ein Trigger für Volatilität: Sollte die Regierung neue Zölle über andere Rechtsgrundlagen anstoßen oder der Streit um Rückzahlungen eskalieren, kann die Marktunsicherheit schnell zurückkehren und Bitcoin reagiert dann oft stärker als klassische Risikoassets.
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