Beschlagnahmte Bitcoin gehören zu den größten staatlichen Krypto-Beständen der Welt und wenn die US-Regierung Kryptowährungen im Wert von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar bewegt, sorgt das naturgemäß schnell für Spekulationen um mögliche Verkäufe. Was steckt hinter den Transaktionen, die ihren Weg zur institutionellen Handels- und Verwahrplattform Coinbase Prime fanden?
Bitcoin aus Bitfinex-Hack und FTX-Pleite betroffen
Insgesamt wurden 4.632 BTC im Gegenwert von 384,5 Millionen US-Dollar sowie 750 Wrapped Bitcoin im Wert von 62,3 Millionen US-Dollar und USDT-Bestände von etwa 119 Millionen US-Dollar transferiert, was sich auf knapp 566 Millionen US-Dollar summiert.
Ein Großteil der Bitcoin stammt dabei aus dem Bitfinex-Hack von 2016. Damals hatten Angreifer fast 120.000 BTC von der Krypto-Börse gestohlen. Erst Jahre später gelang es amerikanischen Ermittlern, einen großen Teil der Beute sicherzustellen. Jetzt sollen allein aus diesem Komplex 3.974 BTC im Wert von 330 Millionen US-Dollar bewegt worden sein. Die übrigen Kryptowährungen werden dem Zusammenbruch der Krypto-Börse FTX und ihrer Schwestergesellschaft Alameda Research zugeordnet.
Warum ein Bitcoin-Verkauf nicht feststeht
Dass die Kryptowährungen bei Coinbase Prime gelandet sind, bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die US-Regierung sie verkaufen will. Die Plattform übernimmt für amerikanische Behörden auch die Verwahrung beschlagnahmter digitaler Vermögenswerte. Bereits 2024 hatte der US Marshals Service Coinbase mit entsprechenden Dienstleistungen beauftragt.
Hinzu kommt, dass nicht alle staatlichen Bitcoin denselben Regeln unterliegen. Mit der im März 2025 eingerichteten strategischen Bitcoin-Reserve hatte Präsident Donald Trump angeordnet, dass die endgültig in die Reserve überführten BTC nicht verkauft werden dürfen. Beschlagnahmte Kryptowährungen können jedoch auch für die Rückgabe an Geschädigte oder zur Erfüllung anderer rechtlicher Verpflichtungen vorgesehen sein.
