3,7 Milliarden Dollar 

Token Unlocks im Dezember: Bei diesen Altcoins droht jetzt Gefahr

Während Anleger auf die Jahresendrallye hoffen, könnten Milliarden an Unlocks auf die Kurse beliebter Projekte drücken. Wer jetzt aufpassen muss.

Johannes Macswayed
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Das Überangebot an Token wird immer mehr zum Problem im Krypto-Sektor

Beitragsbild: Shutterstock

| Das Überangebot an Token wird immer mehr zum Problem im Krypto-Sektor

Ein neuer Monat beginnt – und nach der historisch schwachen November-Performance hoffen viele Krypto-Anleger auf eine Dezember-Erholung. Die Voraussetzungen dafür sind durchaus gegeben, doch ausgerechnet ein struktureller Risikohebel könnte einigen Altcoins erneut zusetzen: umfangreiche Token Unlocks.

Zunächst die gute Nachricht: Laut Tokenomist ist der Dezember der unlock-schwächste Monat der vergangenen sechs Monate. Etwa 3,7 Milliarden US-Dollar an Token werden in den kommenden dreißig Tagen frei. Zum Vergleich: Im September waren es rund 18 Milliarden US-Dollar.

Unlocks wirken erfahrungsgemäß auf zwei Ebenen: Erstens erhöht das reale Angebot die zirkulierende Menge, was bei gleichbleibender Nachfrage den Kurs belastet. Zweitens führen große Freischaltungen zu De-Risiking und Nervosität unter Haltern – ein Mechanismus, der Unlocks schnell in eine selbst erfüllende Prophezeiung verwandelt.

Dennoch gilt: Nicht jeder Unlock ist automatisch bearish und nicht jedes freigeschaltete Kontingent landet sofort am Markt. Wer jedoch nicht zur Exit-Liquidity für Venture Capital und Insider werden will, muss diesen Faktor im Blick behalten. Diese Token stehen im Dezember besonders unter Druck.

Token Unlocks: Wer jetzt unter Druck gerät

EigenCloud (EIGEN) – ehemals EigenLayer

Der Dezember startet mit einem schweren Brocken: Bei EigenCloud werden 10,79 Prozent des zirkulierenden Angebots freigeschaltet – verteilt an Investoren und frühe Mitwirkende. Beim aktuellen Kurs entspricht das rund 22 Millionen US-Dollar. Das Ethereum-Restaking-Projekt hat sich jüngst strategisch neu ausgerichtet und fokussiert nun Web3-Cloud-Computing sowie KI. Der Zeitpunkt könnte ungünstiger kaum sein: EIGEN markierte erst vor wenigen Tagen ein neues Allzeittief. Entsprechend sollten Anleger mit erhöhter Volatilität rechnen.

Ethena (ENA)

Am 2. Dezember steht mit Ethena der nächste Unlock an. Zunächst wirkt das Volumen harmlos: Rund 11 Millionen US-Dollar beziehungsweise weniger als 0,6 Prozent des zirkulierenden Angebots. Kritisch wird es durch die Struktur: Es handelt sich um wöchentlich wiederkehrende, lineare Freischaltungen, die sich auf 212 Millionen ENA pro Monat summieren – rund 70 Millionen US-Dollar – und das bis April 2028. Möglich, dass der Markt diese dauerhafte Tokenschwemme bereits einpreist. ENA verlor in den vergangenen dreißig Tagen 33 Prozent und notiert nahe seines Allzeittiefs von etwa 20 Cent.

Linea (LINEA)

Am 10. Dezember folgt das Ethereum-Layer-2-Projekt aus dem Hause Consensys. Anders als bei ENA wirkt der Unlock auf den ersten Blick groß: 6,76 Prozent des zirkulierenden Angebots beziehungsweise rund 13 Millionen US-Dollar. Bei genauerem Hinsehen relativiert sich das jedoch. Die Freischaltungen sind für zukünftige Airdrop-Belohnungen und das langfristig angelegte Linea Consortium vorgesehen, unmittelbare Verkäufe also weitgehend ausgeschlossen. Für den Kurs dürfte der Unlock daher vor allem ein Sentiment-Faktor bleiben.

Starknet (STRK)

Ein weiteres Ethereum-Layer-2 mit Privacy-Fokus folgt – und erneut fällt der Unlock mit fünf Prozent des zirkulierenden Angebots groß aus. Begünstigt werden Investoren und frühe Mitwirkende. Das Timing wirkt allerdings auffällig: In den vergangenen Wochen profitierte STRK vom Privacy-Hype rund um Zcash, doch der Kurssprung entpuppte sich als kurzer Fakeout. Auf den Ausbruch folgte eine scharfe Korrektur von 0,27 auf 0,13 US-Dollar. Die Frage drängt sich auf, ob hier vor dem Unlock gezielt Exit-Liquidity aufgebaut wurde.

Plasma (XPL)

Auch die viel gelobte Stablecoin-Chain Plasma hat ihre Anleger bislang enttäuscht. Vom Allzeithoch bei 1,68 US-Dollar ist XPL mehr als achtzig Prozent entfernt. Nach dem frühen Hype geriet das Projekt wegen seiner Tokenomics in die Kritik. Nun, da der Kurs bereits ein Allzeittief markiert hat, kommen monatliche Unlocks von rund 20 Millionen US-Dollar hinzu. Im September 2026 verdoppelt sich das zirkulierende Angebot nahezu.

Hyperliquid (HYPE)

Am 29. Dezember steht schließlich Hyperliquid an. Die massiven Unlocks waren schon im Vorfeld Thema hitziger Debatten. Arthur Hayes warnt, sie könnten dem Darling dieses Bullenmarktes einen spürbaren Dämpfer verpassen, während andere das als FUD abtun. Den ersten großen Unlock Ende November hat das Projekt gut verkraftet. Nun muss sich zeigen, ob Hyperliquid der kontinuierlichen Token-Inflation standhält. Da HYPE ohne Venture Capital auskommt, dürfte der unmittelbare Verkaufsdruck zwar begrenzt sein. Ob das Projekt jedoch auch den nächsten Schwung von rund 350 Millionen US-Dollar an Unlocks verkraftet, bleibt offen.

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Quellen

Tokenomist.io

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