Die Existenz von tokenisierten Aktien ist längst keine neue Entwicklung mehr und dennoch erfolgt ihre Abwicklung häufig noch über individuell entwickelte Smart Contracts. Mit Solana DvP hat die Solana Foundation nun ein Open-Source-System vorgestellt, das Finanzinstituten einen einheitlichen Standard für die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere bieten soll. Bei der Entwicklung floss auch die Erfahrung von J.P. Morgan mit institutionellen Settlement-Prozessen ein.
Wertpapier und Zahlung wechseln gleichzeitig den Besitzer
DvP steht für “Delivery versus Payment” und beschreibt eines der Grundprinzipien klassischer Wertpapiermärkte. Dabei überprüft das System den Vermögenswert nur, wenn gleichzeitig die dazugehörige Zahlung erfolgt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass eine Partei Geld überweist, ohne im Gegenzug die Wertpapiere zu erhalten.
Auf Solana sollen beide Seiten künftig innerhalb derselben Transaktion abgewickelt werden. Dafür nutzt Solana DvP isolierte Escrow-Strukturen und feste Fristen, wodurch die finale Abwicklung innerhalb von Sekunden erfolgt. Bei traditionellen Verfahren dauert dieser Prozess häufig ein bis zwei Tage. Bereits im Dezember 2025 hatte die US-Bank J.P. Morgan eine 50 Millionen US-Dollar schwere Commercial-Paper-Emission von Galaxy Digital auf Solana arrangiert und auch damals kam das Delivery-versus-Payment-Verfahren zum Einsatz. Aus diesen bislang individuell aufgebauten Lösungen soll Solana DvP nun einen wiederverwendbaren Standard machen.
Solana baut seinen RWA-Markt aus
Der neue Standard ist dabei vor allem angesichts des schnell wachsenden RWA-Marktes relevant. Noch Ende Februar lag der Wert tokenisierter Vermögenswerte auf Solana bei 1,7 Milliarden US-Dollar. Zwei Monate später waren es bereits mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar und im August stieg der Wert erstmals auf über 4 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich der RWA-Markt auf Solana innerhalb von sechs Monaten mehr als verdoppelt.
