Meinungs-ECHO 

Ripple-CEO schießt gegen Avalanche-Gründer zurück

Der Avalanche-Gründer hat sich einen Aprilscherz über Ripple erlaubt – und damit den Zorn der XRP-Community geweckt. Brad Garlinghouse konterte lässig.

Moritz Draht
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Links das Gesicht von Ripple-CEO Garlinghouse neben einem Gesicht vom Avalanche-Gründer rechts daneben

Beitragsbild: picture alliance, Shutterstock/Fotomontage

| Sind leicht aneinandergeraten: Ripple CEO Garlinghouse (links im Bild) und Avalanche-Gründer Sirer

So ändern sich die Zeiten. War Bitcoin noch als radikaler Gegenentwurf zu Banken gedacht, streiten sich heute die Gesichter großer Altcoin-Projekte darum, wer der größere Bankenliebling sei. Emin Gün Sirer, Gründer von Avalanche, erlaubte sich zum 1. April einen kleinen Schabernack: “Banken wählen Ripple: Ein Aprilscherz – offensichtlich. Sie nutzen eigentlich Avalanche”. Wohl wissend, dass er damit in ein Wespennest sticht. Denn wenn XRP-Anhänger bei einer Sache keinen Spaß verstehen, dann nicht bei XRP.

So wurde aus einem harmlosen Scherz eine kleine Schlammschlacht. Den Anfang machte Ripple CEO Brad Garlinghouse persönlich, der auf den Seitenhieb mit einem eigenen reagierte: “Schön zu wissen, dass wir mietfrei in deinem Kopf leben”. Ein Hahnenkampf zwischen den beiden blieb uns glücklicherweise erspart. Dafür ließ sich die XRP-Army nicht lange bitten.

“Avalanche ist nicht mal unter den Top 5 der Kryptowährungen”, “Wofür soll man Avalanche nutzen? Für Verluste im Portfolio?”, “What the fuck is avalanche?”: Nach Punkten steht es wohl nun 1:0 für die aufmüpfige XRP-Community. Ist an Sirers Stichelei dafür wenigstens was dran? Haben Banken wirklich eher ein Auge auf Avalanche geworfen?

Wer ist hier der Banken-Coin?

Zumindest lässt sich wohl sagen, dass sich Sirer mit seiner Ansage weit aus dem Fenster lehnt. Avalanche hat durchaus die eine oder andere prominente Partnerschaft, etwa mit J.P. Morgan und Citigroup. Doch die beschränken sich weitgehend auf Tests. Ripples Portfolio mag auch aufgeplustert sein, ist aber doch von einem anderen Kaliber.

Der Punkt geht jedenfalls auch eher an Ripple, womit Sirer sich endgültig ein Eigentor geschossen hat. Ein schlechter Witz allein wäre ja schon peinlich genug – wäre man am Ende nicht noch der, über den alle lachen.

Michael Saylor tut es wieder

Peinlich ist für Michael Saylor ein Fremdwort. Ob in Matrix-Outfit, Ritterrüstung oder McDonalds-Montur: Der Strategy-Gründer ist sich für kein Meme zu schade. Und harte Zeiten erfordern eben harte Maßnahmen. So hat Saylor wieder ein altes Meme ausgegraben und sich die Laseraugen aufgesetzt – auf dass Bitcoin bald wieder den 100.000-Dollar-Olymp erklimmt. Das hat ja schließlich schon mal geklappt.

Doch auch wenn der Post bereits über eine Million Mal aufgerufen wurde: So richtig will das Bitcoin-Fieber zurzeit nicht überspringen. Iran-Krieg, stockende Clarity-Act-Verhandlungen und ein wankelmütiger “Krypto-Präsident” drücken nicht nur aufs Gemüt, sondern auch auf den Kurs. Da wird es wohl mehr als Laseraugen brauchen.

Das weiß schließlich niemand besser als Saylor selbst. Während Treasury-Unternehmen kapitulieren und Miner ihre Hodl-Strategie über Bord werfen, kauft Strategy unermüdlich im Wochentakt nach. Allein in diesem Jahr für über sieben Milliarden US-Dollar. Von Zweifeln: keine Spur. Geht es um die Bitcoin-Bilanz seines Unternehmens, macht Saylor keine Scherze. Man wird sehen, wer zuletzt lacht.

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