Pure Bit: Ein kurioser Exit-Scam
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Quelle: shutterstock

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Das ist selbst für die krisengeschüttelte Krypto-Community ein ungewöhnlicher Fall: Nach dem Exit-Scam des südkoreanischen ICO Pure Bit zeigen sich die Gründer geläutert und wollen ihre Opfer nun kompensieren.

Es klingt wie der Plot für einen schlechten Krimi: Nachdem die Gründer der Krypto-Börse Pure Bit Anfang November etwa 30 Millionen US-Dollar in Ether einsammelten, entschieden sie sich gegen die versprochene Gründung und gingen stattdessen mit 13.000 ETH stiften. Der Gründer schloss alle Social-Media-Gruppen und hinterließ die ahnungslosen Opfer mit der Nachricht „Es tut mir leid“. Doch damit nicht genug. Nach nur zwei Wochen überlegt es sich der Gründer offenbar anders und will die gestohlenen Ether offenbar zurückerstatten.


Dann der Umschwung

Zwar hatte der Fall hierzulande für wenig Aufsehen gesorgt. In Südkorea rief Pure Bit nach dem Exit-Scam allerdings sowohl alle großen Medien als auch die Ermittlungsbehörden auf den Plan. Dieser Umstand, sowie die schiere Höhe des Diebesguts scheinen die Gründer des ICO nun zu ihrer 180-Grad-Wende bewegt zu haben. Denn wie die News-Plattform BlockchainROK via Twitter mitteilte, hat der Gründer im Zuge des öffentlichen Drucks am 15. November ein Statement abgegeben. Darin zeigt er sich geläutert und kündigt den Exit vom Exit an:

Im Wortlaut liest sich das Statement so:


„Hier spricht Pure Bit. Zunächst möchte ich mich bei allen entschuldigen, die vom ICO betroffen waren. Seit dem 5. November habe ich 16.000 ETH eingesammelt und nicht wie versprochen eine Krypto-Exchange eröffnet. Ich habe alle Kunden aus unseren Social-Media-Chatgruppen geworfen und bin ohne Nachricht verschwunden. Dadurch habe ich die Investoren psychologisch und finanziell negativ beeinflusst.“

und weiter:

„Ich habe einen unverzeihlichen Fehler gemacht, der nicht rückgängig werden kann, geblendet vom Geld. Es ist weniger als ein Tag vergangen und ich habe bereits angefangen, unter Schuldgefühlen zu leiden. Obwohl es nicht mit der Not der Investoren zu vergleichen ist, empfand ich auch eine erhebliche Schuld. Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Investoren des ICO, die von dem Vorfall betroffen waren.“

Ob der Gründer getrieben von Gewissensbissen zurückgerudert ist oder unter dem breiten öffentlichen Druck einknickte, ist unklar. Die Investoren dürfte es trotzdem freuen. So bleibt von Pure Bit wohl nur die Erinnerung über einen der kuriosesten Exit-Scams der jüngeren Geschichte.

BTC-ECHO


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