Vor genau einem Jahr erlebte der Krypto-Markt seinen bislang größten Liquidationsschock. Am 10. Oktober 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump zusätzliche Zölle auf chinesische Importe an. Innerhalb kürzester Zeit wurden gehebelte Positionen im Wert von mehr als 19 Milliarden US-Dollar liquidiert. Bitcoin und große Altcoins verloren zweistellig, auch die Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Verlusten.
Ein Jahr später könnten die Unterschiede kaum größer sein: Bitcoin notiert weit weit unter seinem damaligen Rekordhoch, viele Altcoins haben noch deutlich größere Verluste hinter sich. US-Aktien haben den Schock dagegen längst abgeschüttelt und beendeten eine weitere starke Woche nahe ihrer Rekordstände. Der S&P 500 schloss am Freitag bei 7.811 Punkten, der Nasdaq-100 bei rund 30.883 Punkten.
Bitcoin bleibt ohne Rückenwind
Der Bitcoin-Kurs notiert am Samstagmorgen bei 82.724 US-Dollar. Ethereum steigt leicht um 0,08 Prozent auf 2.496 US-Dollar. Solana verliert 0,33 Prozent auf 110,17 US-Dollar, XRP gewinnt 0,83 Prozent und steht bei 1,41 US-Dollar.
Von den US Spot ETFs kam in dieser Woche ebenfalls wenig Unterstützung. Aus den Bitcoin-Produkten flossen rund 681,10 Millionen US-Dollar ab, bei den Ethereum ETFs lagen die Abflüsse bei rund 542,07 Millionen US-Dollar.
Der Ölpreis bleibt ein wichtiger Faktor für die Märkte. Brent steht aktuell bei 104,53 US-Dollar je Barrel. Hohe Energiepreise können die Inflation länger oben halten und damit den Spielraum der Zentralbanken für niedrigere Zinsen einschränken, was für riskantere Assets wie Bitcoin eher ungünstig wäre.
Die US-Staatsanleihen liegen ebenfalls auf einem hohen Niveau. Zehnjährige Treasuries werfen aktuell 5,242 Prozent Rendite ab, zwanzigjährige 5,647 Prozent. Für Bitcoin ist das keine ideale Ausgangslage, weil Anleger bei Staatsanleihen hohe laufende Erträge bei deutlich geringeren Schwankungen erhalten und dadurch weniger Anreiz haben, zusätzliches Kapital in volatile Anlagen zu stecken.

