Krypto in DACH 

Krypto im Visier der Behörden: Was CARF für Anleger bedeutet

Mit CARF wächst ein globales Überwachungssystem für Bitcoin, Ethereum und Co. Warum sich Krypto-Anleger auf ungemütliche Zeiten einstellen müssen.

Tobias Zander
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Lars Klingbeil äußert sich gegenüber deutschen Medienvertretern

Beitragsbild: picture alliance

| Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) wüsste gerne mehr über die Krypto-Transaktionen deutscher Anleger

Der Ton für Krypto-Anleger wird zunehmend rauer. Als wäre es nicht genug, dass sich Bitcoin, Ethereum und Co. in einem ausgewachsenen Bärenmarkt befinden, wächst im Hintergrund ein bis dato ungekanntes Kontrollsystem heran. Was bislang oft noch im Schatten lief, soll künftig regelmäßig gemeldet und zwischen Behörden ausgetauscht werden. Gegenüber BTC-ECHO erklärt Dr. Max Bernt von Taxbit, warum die Umsetzung von “CARF” jetzt in die heiße Phase geht und was das für Krypto-Anleger konkret bedeutet.

Hinter dem sperrigen Kürzel CARF steckt ein umfassendes Regelwerk, das den Krypto-Markt entscheidend verändern könnte. Das “Crypto-Asset Reporting Framework” ist der erste internationale Standard, der Kryptowährungen systematisch für Steuerbehörden sichtbar machen soll.

Innerhalb der EU läuft die Umsetzung über DAC8, in Deutschland über das Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz (KStTG). Vieles daran klang lange bloß nach Verwaltungsdeutsch und ferner Zukunft. Doch dieser Eindruck bröckelt gerade. “Wir gehen jetzt von der Konzeptphase in die konkrete Umsetzung über“, betont Dr. Max Bernt.

Die Folgen für deutsche Krypto-Anleger

Das bedeutet für Krypto-Dienstleister einen tiefen Eingriff in ihre Abläufe. Kunden müssen fortan steuerlich erfasst und eingeordnet werden, Transaktionen sauber dokumentiert und die Daten anschließend jährlich an Behörden gemeldet werden. Besonders brisant ist der internationale Austausch, denn wer als deutscher Steuerpflichtiger auf eine Plattform im Ausland setzt, verschwindet damit nicht mehr automatisch unter dem Radar. Der Experte erklärt: “Ein deutscher Steuerpflichtiger, der heute eine in den VAE ansässige Exchange nutzt, war bislang faktisch nicht sichtbar. Mit CARF ändert sich das grundlegend.”

Eine wichtige Unterscheidung: CARF befasst sich nicht nur mit Konten, sondern mit einzelnen Transaktionen. Eben dadurch ist das System nochmals schärfer als viele bestehende Standards aus dem klassischen Finanzsektor. Es geht also nicht nur darum, ob jemand Krypto besitzt, sondern was wann und wo mit den Assets passiert. Bernt bringt die Tragweite wie folgt auf den Punkt: “Durch das CARF erhält das Finanzamt erstmals nicht nur einen umfassenden Überblick, sondern eine durchgängige, transaktionsbasierte Sicht auf sämtliche Kryptowerte-Aktivitäten deutscher Steuerzahler.”

Krypto in DACH: Die wichtigsten Meldungen aus Deutschland, Österreich und Schweiz

Verschiedene Behörden greifen zunehmend in den Krypto-Sektor ein, während die Adoption gleichzeitig weiter voranschreitet. Im Folgenden die wichtigsten Meldungen aus der DACH-Region.

BaFin warnt vor Serie dubioser Krypto-Plattformen

Die BaFin hat in der letzten Märzwoche mehrere Warnungen veröffentlicht, darunter zu wertede(.)com, uk-trd(.)investments und green-lmtd(.)com. Die Anbieter sollen ohne Erlaubnis Krypto- und Finanzdienstleistungen anbieten und teils mit Fake-Regulierung werben. Anlegern droht Totalverlust, wenn sie darauf hereinfallen. Die Häufung zeigt, dass die Aufsicht aktuell verstärkt gegen nicht lizenzierte Krypto-Angebote vorgeht.

Parallel zu den konkreten Warnungen richtet die BaFin ihren Fokus verstärkt auf Krypto-Werbung in sozialen Medien. Die Aufsicht sieht insbesondere sogenannte Finfluencer als Risikofaktor, da diese häufig mit unrealistischen Renditeversprechen oder aggressivem Trading werben. Anbieter, die solche Marketingkanäle nutzen, könnten regulatorisch in die Verantwortung genommen werden.

Neue Krypto-nahe Betrugsplattformen auch in Österreich

Die österreichische FMA hat ebenfalls mehrere neue Anbieter auf ihre Warnliste gesetzt, darunter NextChain, ZyphorBit und Finio24. Die Plattformen bieten laut Behörde ohne Lizenz Investment- und teils Krypto-Services an. Nutzer haben keinen rechtlichen Schutz. Die Vielzahl neuer Einträge verdeutlicht, dass betrugsnahe Krypto-Angebote im DACH-Raum weiterhin ein ernsthaftes Problem darstellen.

FINMA mahnt strengere Standards bei Krypto-Verwahrung an

Derweil warnt die eidgenössische FINMA vor Risiken bei der Verwahrung von Krypto-Assets. Im Fokus stehen Insolvenzschutz, Trennung von Kundengeldern und Outsourcing an Drittanbieter. Institute bleiben auch bei ausgelagerten Lösungen verantwortlich. Schwache Strukturen könnten im Ernstfall zum Verlust des Zugriffs auf Assets führen. Die Aufsicht erhöht damit den Druck auf professionelle Custody-Lösungen.

GVB bringt Krypto-Handel in Volksbanken-App

Der Genossenschaftsverband Bayern will den Handel mit Kryptowährungen über das neue Angebot “meinKrypto” direkt ins Online-Banking der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken bringen. Kunden sollen digitale Assets künftig in ihrer gewohnten Banking-App kaufen und verkaufen können. Eine offensive Vermarktung oder aktive Anlageberatung ist laut Verband nicht geplant. Das Angebot richtet sich vor allem an Selbstentscheider und soll das Bankportfolio um Krypto erweitern.

Bitpanda Vision Chain erzeugt internationale Resonanz

Die vergangene Woche angekündigte Ethereum-Layer-2-Blockchain des österreichischen Brokers Bitpanda sorgt weiterhin für internationale Aufmerksamkeit. Vision Chain nutzt den Optimism-Stack und soll europäischen Finanzinstituten eine MiCA-konforme Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere und Real-World-Assets bieten.

Ihr möchtet den niedrigen Bitcoin-Kurs nutzen oder in tokenisierte Edelmetalle investieren? Die Investmentplattform von Bitpanda ermöglicht beides, einfach und sicher.

Das Netzwerk unterstützt Gebührenzahlungen in Euro-Stablecoins, integriert Zero-Knowledge-Technologie für schnelle Abhebungen und ist DORA-konform. Ein starker Impuls für die Tokenisierungs-Welle und die Brücke zwischen traditioneller Finanz und On-Chain-Welt aus dem DACH-Raum

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BISON präsentiert sich auf der INVEST 2026 in Stuttgart

Die Krypto-Handelsplattform der Börse Stuttgart Group wird am 17. und 18. April auf der Finanzmesse INVEST in Stuttgart vertreten sein. BISON, das Anfang des Jahres die Marke von einer Million aktiver Nutzer überschritten hat, präsentiert sein reguliertes Handelsangebot mit mittlerweile 63 Kryptowährungen. Auch deutsche Finanz-Influencer wie Finanzfluss und Bitcoin2Go sind als Redner angekündigt.

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