Visa hat auf seinem Weg in Richtung Krypto-Branche eine weitere wichtige Schwelle überschritten. Am Mittwoch gab der Zahlungsriese bekannt, als Super Validator für das Canton Network ausgewählt worden zu sein. Der Schritt ist zwar nicht völlig überraschend, da Visa Canton bereits zuvor unterstützt hatte und es insgesamt mehr als 40 namentlich bekannte Super Validatoren gibt. Dennoch unterstreicht die Entscheidung das wachsende Engagement des Zahlungsunternehmens im Bereich verteilter Blockchain-Governance.
Höchste Super-Validator-Gewichtung
Damit handelt es sich zugleich um den ersten Blockchain-Governance-Antrag, der die umfangreichen Prüfungen durch Visas Rechts- und Compliance-Abteilungen durchlaufen und bestanden hat. Laut dem Forum von Canton wurde der Antrag am 23. März genehmigt, nur drei Tage nach Einreichung. Visa erhielt dabei mit 10 die höchste Super-Validator-Gewichtung.
“Indem wir als Super Validator im Canton Network agieren, bringen wir das für Visas globales Netzwerk typische Maß an Vertrauen, Governance und operativer Disziplin in eine datenschutzorientierte Blockchain-Infrastruktur ein. So können regulierte Finanzinstitute Zahlungen On-Chain abwickeln, ohne ihre bestehenden Betriebsmodelle grundlegend überdenken zu müssen”, erklärte Rubail Birwadker, Global Head of Growth Products and Strategic Partnerships bei Visa.
Was macht Canton?
Canton ist eine öffentliche, erlaubnisfreie Layer-1-Blockchain mit integrierten Datenschutzfunktionen, die von einer Reihe institutioneller Akteure unterstützt wird. Dazu zählen unter anderem BNP Paribas, Citadel Securities, die Depository Trust & Clearing Corporation und Goldman Sachs sowie kryptoaffinere Unternehmen wie Circle und Paxos.
Im Unterschied zu Netzwerken wie Ethereum oder Solana bietet Canton Datenschutz- und Vertraulichkeitsgarantien direkt auf Protokollebene. Gerade für Institutionen, die sensible Handelsdaten schützen müssen, wird das zunehmend zu einer zentralen Voraussetzung für On-Chain-Anwendungen. Hinzu kommen schnellere Finalität und zügigere Settlement-Prozesse, was vor allem an dem stärker eingegrenzten Konsensmodell der Validatoren liegt. Zwar geht Canton zugunsten eines effizienteren Konsenses bei der Zensurresistenz gewisse Kompromisse ein, technisch bleibt das Netzwerk jedoch offen für Entwickler.
Zahlung, Settlement, Treasury
Visa will nun laut Ankündigung gemeinsam mit Institutionen daran arbeiten, Canton produktiv einzusetzen, wo es bestehende Strategien in den Bereichen Zahlung, Settlement und Treasury sinnvoll ergänzen kann. Als Super Validator wird das Unternehmen zudem Einfluss auf künftige Governance-Entscheidungen im Netzwerk erhalten.
Darüber hinaus will Visa die Payment-Schicht von Canton nutzen, um seine Stablecoin-Aktivitäten weiter auszubauen. Dazu gehört auch der Einsatz der sogenannten Stablecoins Advisory Practice, mit der Kunden dabei unterstützt werden sollen zu bewerten, welche Rolle eine Beteiligung am Canton Network für sie spielen könnte.
Trotz der klaren Positionierung im Canton Network betonte Visa, weiterhin “chain-agnostisch” bleiben zu wollen und seine bestehenden On-Chain-Aktivitäten nicht zurückzufahren. Das Unternehmen hat bereits Stablecoin-gestützte Karten in mehr als 100 Ländern eingeführt und unterstützt sowohl Stablecoin-Settlement als auch ein Pilotprojekt für Creator Payments.

