Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Damit entschied sich das Federal Open Market Committee gegen eine Zinserhöhung, die an den Terminmärkten vor der Sitzung noch mit einer ungewöhnlich hohen Wahrscheinlichkeit eingepreist worden war. Bitcoin reagierte unmittelbar nach der Veröffentlichung positiv und stieg auf 64.500 US-Dollar. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh und mögliche Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs.
Inflation bleibt das zentrale Risiko
Obwohl die Fed auf eine Zinserhöhung verzichtet, bleibt der geldpolitische Ausblick angespannt. Die Inflation liegt weiterhin über dem Zielwert von zwei Prozent. Gleichzeitig sind die Ölpreise zuletzt deutlich gestiegen. Ein anhaltender Anstieg der Energiepreise könnte die Inflation in den kommenden Monaten erneut verstärken.
Hinzu kommen höhere Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Steigende Anleiherenditen erhöhen die Attraktivität sicherer Anlagen und können dadurch Druck auf risikoreichere Anlageklassen wie Aktien und Kryptowährungen ausüben.
Bei der aktuellen Sitzung veröffentlichte die Fed weder neue Konjunkturprognosen noch einen aktualisierten Dot Plot. Aussagen von Warsh zur Inflation, zu den Ölpreisen und zur nächsten Sitzung im September erhalten deshalb besonderes Gewicht.
Was der Fed-Entscheid für Bitcoin bedeutet
Für Bitcoin ist die ausgebliebene Zinserhöhung zunächst eine Entlastung. Ein überraschender Zinsschritt hätte den US-Dollar und die Anleiherenditen vermutlich gestärkt und den Krypto-Markt zusätzlich belastet.
Sollte Warsh nun jedoch verbal weitere Zinserhöhungen in Aussicht stellen, könnte Bitcoin unter Druck geraten. Betont er dagegen die zuletzt schwächeren Inflationsdaten und signalisiert eine längere Zinspause, wären fallende Renditen und ein schwächerer Dollar möglich. Das könnte Bitcoin und anderen Kryptowährungen kurzfristig Rückenwind verleihen.
Die erste Marktreaktion dürfte daher noch nicht endgültig sein. Erst die Pressekonferenz zeigt, ob Anleger das FOMC-Meeting als hawkish oder dovish bewerten.
