Der Bitcoin Mining Pool Poolin hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Wie aus den Unterlagen des zuständigen Gerichts in New Jersey hervorgeht, betrifft der Antrag auch zwei US-Tochtergesellschaften des in Singapur ansässigen Unternehmens. Poolin beziffert seine Verbindlichkeiten auf 100 bis 500 Millionen US-Dollar. Den Vermögenswerten von einer bis zehn Millionen US-Dollar stehen laut Antrag zwischen 10.001 und 25.000 Gläubiger gegenüber.
Verkauf von Mining-Standorten geplant
Zeitgleich beantragt Poolin die Genehmigung für den Verkauf zweier Mining-Standorte in West-Texas an Thor CALAP LLC. Das vorgesehene Angebot beläuft sich auf insgesamt 52 Millionen US-Dollar. Davon entfallen 37 Millionen US-Dollar auf den Standort Tarbush einschließlich übernommener Verbindlichkeiten. Weitere 15 Millionen US-Dollar sind für den Standort Pyote vorgesehen, inklusive Stromrechten, Ausrüstung und weiterer Vermögenswerte. Der Verkauf soll im Rahmen eines gerichtlich überwachten Bieterverfahrens erfolgen. Die Frist für konkurrierende Angebote endet nach aktuellem Stand am 8. September.
Poolin war 2019 der weltweit größte Bitcoin Mining Pool. Nach Daten von Hashrate Index liegt der Marktanteil inzwischen nur noch bei rund 0,2 Prozent. Damit rangiert das Unternehmen aktuell auf Platz 17 der größten Mining-Pools.
Mining-Branche sucht neue Geschäftsmodelle
Steigende Energiekosten setzen Bitcoin-Mining-Unternehmen zunehmend unter Druck. Mehrere Betreiber haben in den vergangenen Monaten Insolvenz angemeldet oder ihre Geschäftsstrategie angepasst. Einige Unternehmen investieren inzwischen verstärkt in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Zuletzt meldeten Hut 8 und IREN milliardenschwere Verträge im KI-Geschäft. Auch MARA Holdings kündigte den Ausbau seiner Infrastruktur für KI-Anwendungen an.
