Insgesamt acht Milliarden US-Dollar flossen in einer fast zwei Monate andauernden Verlustserie global aus den Krypto-ETPs ab. Jüngste Daten von CoinShares dokumentieren nun das Ende dieser Durststrecke und belegen ein erneutes Einsetzen institutioneller Zuflüsse, die sich vor allem auf Bitcoin konzentrieren. Allein in der vergangenen Woche verzeichneten Krypto-Anlageprodukte Nettozuflüsse in Höhe von 287 Millionen US-Dollar.
Ausgelöst wurde der Stimmungsumschwung durch unerwartet schwache US-Inflationszahlen zur Mitte der Woche. Unmittelbar nach der Bekanntgabe setzte eine moderate Bitcoin-Erholung ein und spülte schätzungsweise 250 Millionen US-Dollar an neuen Geldern in den Sektor. In der Folge halbierten die Finanzmärkte ihre Erwartungen für eine Zinserhöhung im September.
Bitcoin und die ewige Krypto-Seitwärtsphase
Trotz dieser Entlastung an der Makro-Front prognostizieren die CoinShares-Analysten vorerst eine anhaltende Bitcoin-Seitwärtsbewegung. Zwar scheint die fundamentale Kursuntergrenze der Krypto-Leitwährung mittlerweile erreicht zu sein, doch mangele es weiterhin an Triebfedern für einen nachhaltigen Bitcoin-Ausbruch. Zinssenkungen seitens der Federal Reserve bleiben vorerst unwahrscheinlich, weil ein einzelner schwacher Arbeitsmarktbericht keineswegs ausreichen würde. Zudem berge der Iran-Krieg das Risiko einer erneuten Teuerung im Folgemonat.
Ein kurzfristiger Bitcoin-Ausbruch über die Marke von 80.000 US-Dollar sei daher ohne eine fundamentale Änderung der geldpolitischen Rahmenbedingungen unwahrscheinlich. Das Verhalten der Marktteilnehmer sei ohnehin von Vorsicht geprägt, denn das breite Kaufinteresse würde typischerweise erst nahe der Marke von 120.000 US-Dollar einen Höhepunkt erreichen und sei bei 60.000 US-Dollar noch schwach. Momentan nutzen Investoren das Niveau zwar für selektive Positionsaufbauten bei Bitcoin, weichen aber häufig bevorzugt auf defensivere Blockchain-Aktien aus.
