Dass der Bitcoin-Kurs schon bald die 200.000 US-Dollar-Marke knackt, gilt vielen als unrealistisch – vor allem innerhalb weniger Monate. Die Begründung: Mit einer BTC-Marktkapitalisierung von rund 1,8 Billionen US-Dollar sei eine Verdopplung in kurzer Zeit kaum machbar. Dieses Argument wirkt logisch, ist historisch jedoch nicht haltbar.
Billionen in wenigen Monaten: Silber, Gold und Nvidia machen es vor
Größe verhindert keine starken Kursbewegungen. Silber, eines der größten Anlageassets weltweit, legte 2025 rund 150 Prozent zu, ein erheblicher Teil davon in unter einem halben Jahr. Nvidia, mit rund 4,6 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung fast dreimal so groß wie Bitcoin, verzeichnete in den vergangenen drei Jahren einen Kursanstieg von rund 1.100 Prozent – trotz hoher Marktreife.
Gold hat in 2025 zwar “nur” rund 65 Prozent zugelegt, doch der absolute Effekt ist enorm. Die Marktkapitalisierung des Edelmetalls ist in diesem Zeitraum von etwa 15 Billionen auf über 30 Billionen US-Dollar gestiegen. Setzt man diese Dimensionen ins Verhältnis zu Bitcoin, relativiert sich das Argument der Größe deutlich. Eine Verdopplung oder sogar Verdreifachung der Bitcoin-Marktkapitalisierung innerhalb eines überschaubaren Zeitraums wirkt vor diesem Hintergrund alles andere als unrealistisch.
Der entscheidende Punkt: Bitcoin ist kein reifes Asset. Trotz ETFs, institutioneller Produkte und regulatorischer Fortschritte befindet sich Bitcoin weiterhin in einer frühen Adoptionsphase. Dadurch reagiert der Markt besonders stark auf neue Nachfrage.
Bitcoin-Angebotsknappheit schafft Kursphantasie
Hinzu kommt die Angebotsseite. Der Großteil der Bitcoin liegt bei Langzeithaltern und ist faktisch illiquide. Nur etwa zehn bis 15 Prozent der Umlaufmenge sind kurzfristig handelbar. In einem solchen Markt kann bereits moderater Kapitalzufluss erhebliche Preisdynamiken auslösen. Entscheidend ist nicht die gesamte Marktkapitalisierung, sondern der verfügbare Rand.
Aktuell fehlt es Bitcoin an Aufmerksamkeit. Kapital floss zuletzt vor allem in Gold, Silber und KI-Aktien. Marktzyklen verlaufen jedoch selten parallel. Nach starken Rallyes folgt häufig eine Rotation – hin zu Assets mit Nachholpotenzial.
2026: Mehr bullishness wagen
Mit Blick auf 2026 steigt die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich. Es spricht vieles dafür, dass überschüssige Geldmenge wieder verstärkt als Liquidität in risikobehaftete Märkte fließt. Trifft sie auf neue Narrative im Krypto-Sektor, könnte Bitcoin erneut zum Ziel dieser Rotation werden.
Historisch steigt Bitcoin selten zuerst, aber dafür oft am stärksten. Genau deshalb ist ein schneller Weg in Richtung 200.000 US-Dollar weniger abwegig, als viele annehmen.
