Hash Rate fällt Rückzug der Bitcoin-Miner: Welche Gefahr besteht für das Netzwerk?

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Eine Arme auf dem Rückzug

Quelle: Shutterstock

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Die Halbierung der Blockbelohnungen könnte weitreichende Folgen für das Bitcoin-Netzwerk haben. Dem Worst-Case-Szenario nach könnte die letzte Stunde für Bitcoin bereits geschlagen haben. Eine Relativierung.

Rund vier Tage nach dem Halving zeigt die Hash Rate, also die von Miner eingespeiste Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk, bereits Anzeichen eines nachhaltigen Einbruchs. Durch das Halving wurden die Coinbase Rewards für das erfolgreiche Schürfen neuer Blöcke von ehemals 12,5 auf nunmehr 6,25 Bitcoin für Miner gedrosselt. In der Konsequenz stehen viele Miner nun vor wirtschaftlichen Engpässen. So wirft das Mining für einige, insbesondere kleine Miner, nicht mehr genügend Ertrag ab: Kosten und Gewinn fallen ins Ungleichgewicht. Dass bereits jetzt einige Miner das Feld räumen, könnte zudem weitreichende Folgen für die Sicherheit des Netzwerks haben.

Miner-Rückzug: Das Aus für Bitcoin?

Diese Effekte könnten sich gegenseitig potenzieren und das Bitcoin-Netzwerk langfristig in Bedrängnis bringen. Ein pessimistisches Szenario lautet wie folgt: Aufgrund der Halbierung der Blockbelohnungen verlässt eine große Zahl an Minern das Netzwerk, woraufhin die Hash Rate sinkt und das Netzwerk wegen steigender Blockzeiten überlastet wird. Da viele Anleger nicht ewig auf die Bearbeitung ihrer Transaktionen warten wollen, kommt es zu einer Abverkaufswelle von Bitcoin, wodurch der Bitcoin-Kurs fällt und wiederum mehr Miner das Netzwerk verlassen, bis das Bitcoin-Netzwerk am Ende dieser Abwärtsspirale seinen letzten Atemzug aushaucht.

Zugegeben: Dieses Szenario schildert den Worst Case. Dass es soweit kommt, ist unwahrscheinlich. Schließlich lässt es die Anpassungsmechanismen wie etwa die Anpassung der Difficulty außer Acht. Diese würde sich automatisch nach unten anpassen, so dass das Mining wieder profitabel werden würde.


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Dennoch zeigt die Hash Rate erste Risse. Ist diese kurz vor dem Halving in Erwartung eines Kursanstiegs rasant in die Höhe geschnellt, fiel sie infolge ebenso rasch. So zeigt sich bereits ein Rückgang der Hash Rate von 30 Prozent in den letzten drei Tagen.

Entnommen von Blockchain.com

Infolgedessen ist der Mempool, also die Gesamtzahl der Transaktionen, die auf eine Bestätigung warten, deutlich angestiegen.

Entnommen von Blockchain.com

Dies hat zur Folge, dass die Bitcoin-Transaktionsgebühren in den letzten Tagen deutlich angestiegen sind. Aus dem Mempool wählen Miner schließlich diejenigen Transaktionen aus, die mit höheren Gebühren verbunden sind. Bläht sich der Mempool auf, müssen Nutzer höhere Gebühren zahlen, um einen Anreiz zu schaffen, dass Miner auch ihre Transaktionen verarbeiten.

Transaktionsgebühren erreichen Höchstand

Coinmetrics zufolge erreichte die Gebühren einen Anteil von 13,1 Prozent der gesamten Mining-Einnahmen, was der höchste Stand seit Januar 2018 ist.

Auch wenn die jüngsten Daten den Teufel an die Wand malen, ist es höchst unwahrscheinlich, dass die vorübergehende Auslastung des Netzwerks das Bitcoin-Todesurteil bedeutet. Letztendlich werden Faktoren wie Hash Rate, Mining Difficulty und Mempool neu justiert und nach einer Übergangsphase zu einem neuen Gleichgewicht im Netzwerk führen. Auch wenn die Karten im Mining-Geschäft neu gemischt werden, das Bitcoin-Netzwerk hat einen langen Atem und wird uns vermutlich alle überdauern.

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