Meinungs-ECHO Bitcoin-Kurs bei 250k – auch ohne Halving

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Eingeschnittene Bitcoin-Münze vor stilisiertem Chart

Quelle: Shutterstock

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Ein Schock für die DigiByte Community: Die Bitcoin-Börse Poloniex verbannt den Coin, nachdem der DigiByte-Gründer gegen Tron gestänkert hat. Der US-amerikanische Finanzminister Mnuchin ist Konzernwährungen wie Libra gegenüber prinzipiell offen – solange sie denn nach den Regeln tanzen. Unterdessen erklärt Tim Draper, dass sein Bullentum nicht auf Halvings basiert. Das Meinungs-ECHO.

Poliniex – DigiByte  =  Drama

Man munkelt, dass es selbst in einer Oase der Stille wie Krypto-Twitter bisweilen zu Grabenkämpfen kommt. Besonders scharf geschossen wird dabei, wenn eine Bitcoin-Börse verkündet, eine Kryptowährung aus ihrem Handelsangebot zu streichen. Die Entscheidung der Exchange Poloniex, den Coin DigiByte von der Börse zu werfen, hat vergangene Woche für Empörung in der DigiByte Community gesorgt.

Nach einer sorgfältigen Prüfung haben wir uns entschieden, dass #DigiByte nicht gemäß unserem Kotierungsstandard qualifiziert ist. Wir werden die Notierung von $DGB in Kürze einstellen. Details werden noch bekannt gegeben.

Kurios ist dabei der Zeitpunkt der Bekanntmachung. So hatte wenige Stunden zuvor DigiByte-Gründer Jared Tate das Konkurrenzprojekt Tron heftig kritisiert. Tron-Gründer Justin Sun hält Anteile an Poloniex – ein weiterer Umstand, der Tate zu seinem Tweetstorm veranlasst hat.

1/8 Ich bin angewidert von all diesen #TRON Trollen/Bots, die mich angreifen und ein 100 % vorgefertigtes und vollständig zentralisiertes Netzwerk hypen, als sei es das dezentralste Geschenk Gottes. Jetzt hat sich #Poloniex in eine $TRX Shill Factory verwandelt […]

Ein Schelm, wer unterstellt, dass Poloniex von interessierter Seite zur Verbannung von DigiByte bewogen wurde. Justin Sun bestreitet jedenfalls eine Einflussnahme. Er sei lediglich ein „bescheidener Investor“ – Poloniex habe die Entscheidung zum Delisting von Digibyte selbstständig getroffen, beteuert Sun.

Mnuchin: Kein Problem mit Libra, kein Bedarf für E-US-Dollar


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Der US-amerikanische Finanzminister Mnuchin hat prinzipiell kein Problem damit, dass Konzerne wie Facebook an einer eigenen Währung basteln. Er sieht sogar mögliche Vorteile für jene US-Amerikaner, die keinen Zugang zu Bankdienstleistungen erhalten. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Emittenten einer Konzernwährung wie Libra sich an die geltenden Regeln zur Vorbeugung von Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus hielten:

Es ist in Ordnung, wenn Facebook in den digitalen Zahlungsverkehr einsteigen will […] und das mag gut für ihren Kundenstamm und für viele Amerikaner sein, die keinen Zugang zu Banken haben […] wir wollen sicherstellen, dass sie es auf eine Weise tun, die voll und ganz mit unserer BSA/AML [Bank Secrecy Act/ Anti-Geldwäsche] übereinstimmt und dass dies in keiner Weise zur Terrorismusfinanzierung verwendet werden kann,

sagte Mnuchin am 5. Dezember vor dem Finanzausschuss des US-amerikanischen Repräsentantenhauses. Er habe bereits ein Dutzend Gespräche mit Libra-Vertretern geführt, um die regulatorischen Bedingungen für den Facebook Coin abzustecken. Wenig akuten Handlungsbedarf sieht Mnuchin dagegen, wenn es um die Entwicklung eines digitalen US-Dollars durch die US-amerikanische Zentralbank geht. Er habe mit Fed-Chef Jerome Powell über das Thema gesprochen:

Der Vorsitzende Powell und ich haben ausführlich darüber gesprochen – wir sind uns beide einig, dass wir in naher Zukunft, in den nächsten fünf Jahren, keine Notwendigkeit für die Fed sehen, eine digitale Währung herauszugeben,

ist sich Mnuchin sicher.

Tim Draper: Bullishe 250k-Bitcoin-Prognose kommt ohne Halving aus

Tim Draper, aka der Mann, dessen Brust seit der Ersteigerung mehrerer Hunderttausend Bitcoin zum Schleuderpreis eine Bitcoin-Krawatte ziert, hält nach wie vor an seiner bullishen Prognose für einen Bitcoin-Kurs von 250.000 US-Dollar fest. Spätestens seit sich die Anwendung des Stock-to-Flow-Modells auf Bitcoin wachsender Beliebtheit erfreut, steht Draper mit seiner sechsstelligen Kursprognose nicht mehr alleine dar. Mithilfe von S2F lässt sich der Bitcoin-Kurs rückwirkend betrachtet mit erstaunlicher Genauigkeit modellieren. Die Halbierung der Bitcoin-Versorgung, die etwa alle 4 Jahre in Form des Bitcoin Halvings erfolgt, spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht jedoch bei Draper:

Meine Prognose basierte eigentlich darauf, genug Infrastruktur für Bitcoin zu schaffen, damit er als Währung einen weltweiten Marktanteil von fünf Prozent erreicht,

erklärte der Permabulle gegenüber dem Krypto-Nachrichtenportal Crypto Finder. Er sei zuversichtlich, dass seine Prognose zum ersten Quartal 2023 eintreten werde. Schließlich habe er mit seiner 10K-Prognose im Jahr 2014 auch richtig gelegen:

Ich prognostizierte 10.000 US-Dollar drei Jahre vor dem Zeitpunkt, an dem [der Bitcoin-Kurs] 10.000 US-Dollar erreichte – und wurde sogar zu dem Zeitpunkt interviewt, als ich es tat – und wir haben die Zahl erreicht. Was die 250.000 US-Dollar angeht… Ich bin zuversichtlicher in Bezug auf 250.000 US-Dollar bis 2022 oder das erste Quartal 2023 als in Bezug auf […] 8.500 US-Dollar am 31. Dezember,

zeigte sich Draper unvermindert langzeitbullish.


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