Crypto Assets Conference: Alte Finanzwelt prallt auf Krypto-Kosmos

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

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In dieser Woche fand an der Frankfurt School of Finance & Management die Crypto Assets Conference statt – BTC-ECHO war für euch vor Ort. Die traditionelle Finanzwelt traf hier mit Unternehmern aus der Krypto-Industrie zusammen. In Vorträgen und Panel-Diskussionen wurden Kryptowährungen, ICOs und deren Regulierungen aus mehreren Perspektiven betrachtet. 
Die Sicht der etablierten Finanzwelt

Die Sicht der etablierten Finanzwelt

BaFinRepräsentant, Christian Kreiterling, beantwortete knifflige Fragen zur ICO-Regulierung in Deutschland. Die Devise: Regulierungen existieren bereits und können auch auf viele ICOs angewendet werden. Nur weil man ein neues Wort („ICOs“) erfunden habe, erfüllen viele Token dennoch die gleichen Funktionen bestehender Finanzprodukte, wie beispielsweise Securites, und sind damit auch gleich zu behandeln. Die Bitten nach einer „Sandbox“ für Krypto-Unternehmen lehnte Kreiterling ab, die BaFin behandle alle Finanzdienstleister gleich. Für Unternehmen gibt es im Internet ein Formular, um von der BaFin geprüft zu werden. Bei einer offenen Fragerunde stellte sich allerdings heraus, das die Nutzbarkeit dessen nur mäßig sei (beispielsweise gibt es ein Limit von 300 Zeichen).


Die Deutsche Börse präsentierte eine eigene Form von digitaler Währung für den Handel zwischen Banken. Es handelt sich hierbei um eine private Blockchain, die sich auf eine „trusted third party“ stützt.

EZBRepräsentant, Dirk Bullmann, erklärte die Perspektive der Europäischen Zentralbank auf Blockchain und konkludierte, dass die Technologie noch zu neu sei, um bei der EZB zum Einsatz zu kommen. Nichtsdestotrotz setzt sich die EZB mit der Blockchain auseinander und arbeitet auch mit der Bank of Japan zusammen. Auf genauere Nachfrage gestand Bullmann, den Begriff „Blockchain“ lose zu nutzen, weil es wohl viele in der Industrie täten. Die EZB habe kein Interesse an einem Proof-of-Work-basierten Konsensmechanismus wie Bitcoin ihn vorweist, sondern eher an Distributed Ledger Technologies (DLTs).

Persönliches Fazit

Die Crypto Assets Conference brachte die alte Finanzwelt und den neu geborenen Krypto-Kosmos in einen Raum.

„Bitcoin interessiert uns nicht, aber diese Blockchain finden wir spannend“ – so oder so ähnlich erschien mir die Position des etablierten Finanzsektors. Dabei ist fraglich, ob sie unter „Blockchain“ dasselbe meinen wie Satoshi Nakamoto ursprünglich. Schließlich soll Bitcoin gerade die Zentralisierung, von der Banken profitieren, aushebeln. Der Paradigmawechsel, von der Bitcoin-Blockchain eingeläutet, ist die Möglichkeit, das Gegenparteirisiko zu eliminieren. Die vermeintlichen Blockchains der Finanzwelt tun dies nicht, sondern erfordern nach wie vor Vertrauen in eine zentralisierte Instanz.

Mir scheint, als dürfen wir das Wort „Blockchain“ nicht soweit verwässern lassen, dass es irgendwann ein Synonym für „Datenbank“ ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die involvierten Parteien in Diskussionen aneinander vorbeireden.

BTC-ECHO

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