China will Blockchain-Technologie fördern – und verbietet ICOs weiterhin

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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China hat sich in der Krypto-Welt bislang nicht gerade als Unterstützer der Technologie hervorgetan. Nun werden plötzlich Stimmen laut, die die Förderung der Blockchain-Technologie fordern – allerdings nur für bestimmte Use-Cases.

Nachdem China ICOs und Krypto-Börsen des Landes verwiesen hat, scheint eine leichte Brise des Umdenkens aufzukommen. People’s Daily, eine offizielle Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), hat gestern ein ganzseitiges Feature mit dem Titel „Drei Fragen zur Blockchain“ herausgegeben. Darin fordert das parteieigene Blatt eine innerstaatliche Regulierung, um die Entwicklung der Blockchain-Technologie voranzutreiben. Natürlich wird im gleichen Atemzug vor den Gefahren einiger Use-Cases gewarnt, dennoch lässt sich klar herauslesen, dass die Nutzung der Technologie gefördert werden soll:

„Die Blockchain-Technologie ist immer noch sehr unreif. Wir müssen vorsichtig sein mit Spekulationen mit diesem Konzept und mit separaten technologiebasierten Innovationen, die  Fundraising bezwecken. Um die Blockchain-Technologie besser zu fördern und zu nutzen, sollte die Regierung verstärkte Richtlinien und Vorschriften umsetzen.”

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Die Blockchain in diesem Sinne an die Öffentlichkeit zu bringen, ist ein bemerkenswerter Schritt der KPCh-eigenen Zeitung. Zeitgleich muss die Partei nämlich mit der Zentralbank des Landes, der Volksbank Chinas, in Einklang bleiben – und die hat das inländische ICO-Verbot angeordnet. Daher wird im selben Artikel mehrfach auf einen wichtigen Unterschied hingewiesen: Blockchain ist nicht gleich ICO.

Hu Danqing, ein IT-Spezialist von Alibabas Ant Financial Service, betonte gegenüber der People’s Daily:

„Der Großteil des derzeitigen Blockchain-Hypes konzentriert sich auf Fundraising und Spekulation, anstatt echte Probleme mit der Blockchain-Technologie zu lösen.“

Hu wird weiterhin zitiert, die Regulierungsbehörden sollten mit der Entwicklung des rechtlichen Rahmens darauf abzielen, dass die Öffentlichkeit erkennen kann, wobei es sich um technologische Innovationen handelt und wo Fundraising-Gedanken dahinter stecken. Fördern heißt im “chinesischen Sinne” also vor allem “verstärkt regulieren” – immer noch besser als die bisherige Politik der Verbote.

Im letzten Jahr hatten eine Reihe von Verboten aus China für viel Aufsehen an den Krypto-Märkten gesorgt. So hatte die Volksrepublik im September 2017 ICOs als Geldeinnahmequelle verboten, um kurz darauf zudem die größten Krypto-Handelsplätze des Landes schließen zu lassen.

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