Bitcoin Mining ASIC-Hersteller soll Investoren getäuscht haben
Moritz Draht

von Moritz Draht

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Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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ASIC-Hersteller Canaan soll Zahlen beim Börsengang frisiert haben, um die Aktienpreise des Unternehmens aufzublähen und Anleger anzuwerben. Der Fall landet nun vor Gericht.

Das chinesische Unternehmen Canaan, einer der größten Hersteller von Microchips, die im Bitcoin Mining eingesetzt werden – sogenannte ASICs (Application-Specific Integrated Circuit) – steht im Verdacht, wissentlich Investoren getäuscht zu haben. Ein Anleger verklagt das Unternehmen nun wegen Verletzung der U.S. Security Laws. 

Canaan: Bitcoin-Mining-Unternehmen soll Zahlen gefälscht haben


Canaan hat den Gang an die Börse im November 2019 gewagt. Bei dem Initial Public Offering (IPO) soll das chinesische Unternehmen aber nicht mit offenen Karten gespielt und „irreführende Geschäftsinformationen an die investierende Öffentlichkeit“ ausgegeben haben.

Das geht aus einem entsprechenden Schreiben der Anwaltskanzlei Rosen Law Firm hervor. Diese bezieht sich auf den Enthüllungsbericht eines Investmentanalysten, der seine Arbeit unter dem Pseudonym Marcus Aurelius Value veröffentlichte.

Der Bericht mit dem Titel „Canaan Fodder“ legt dar, dass das Bitcoin-Mining-Unternehmen an mehreren nicht offengelegten Transaktionen mit Unternehmen und „Scheinfirmen“ beteiligt war, denen es an wirtschaftlicher Substanz fehlte. So soll das in Hongkong ansässige Unternehmen Grandshores einen Monat vor Börsengang bekannt gegeben haben, in 2020 Geräte von Canaan im Wert von 150 Millionen US-Dollar erwerben zu wollen.

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Die gesamte Marktkapitalisierung von Grandshores liegt jedoch nur bei 50 Millionen US-Dollar. Zwischen dem angeblich geplanten 150-Millionen-US-Dollar-Deal und der wirtschaftlichen Größe des Unternehmens klafft also eine Lücke, die Fragen offenlässt. Zudem soll der Vorsitzende von Grandshores als Anteilseigner im Besitz von 9,7 Prozent der Canaan-Aktien (CAN) sein. Diese pikante Verflechtung wird jedoch nirgendwo im Antrag, der der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht wurde, aufgeführt.

Konkret geht es also um den Vorwurf der Investorentäuschung. Das Bitcoin-Mining-Unternehmen Canaan soll den Wert des Unternehmens und damit den Aktienkurs künstlich in die Höhe getrieben und so Anleger gelockt haben. Der Kläger Phillippe Lemieux behauptet, 200 Aktien zu einem Kaufpreis von 8,5 US-Dollar am 12. Februar erworben zu haben. Zu diesem Zeitpunkt stiegen die CAN-Aktien noch und näherten sich ihrem Allzeithoch. Kurz darauf brach der Aktienkurs jedoch ein und notiert aktuell bei 4,83 US-Dollar.

Sammelklage in Vorbereitung

Laut Anklageschrift, die am 4. März in US-Bundesstaat Oregon eingereicht wurde, soll Canaan bei der Einreichung ihres Börsengangs bei der SEC Investoren also über die Liquidität des Unternehmens getäuscht und damit den Wert der Aktien manipuliert haben. Die Kanzlei Rosen bereitet derzeit eine Sammelklage vor und hat betroffene Investoren aufgerufen, sich an dem Prozess zu beteiligen.

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