Trade.io: TIO im Wert von 7,8 Millionen US-Dollar aus Cold Storage entwendet

Trade.io: TIO im Wert von 7,8 Millionen US-Dollar aus Cold Storage entwendet

Die Plattform Trade.io registrierte am vergangenen Sonntag, dem 21. Oktober, ungewöhnliche Kontobewegungen auf ihrer Firmen-Wallet. Nach kurzer Zeit ist klar: Die Schweizer Firma ist Opfer eines Hacks geworden. Unbekannte entwendeten dabei 50 Millionen Einheiten des ERC-20-Token TIO. Das entspricht einem Fiatgegenwert von etwa 7,8 Millionen US-Dollar.

ypto-Börsen sind nicht vor Hacks gefeit. Diese Erkenntnis ist so alt wie Kryptowährungen selbst. Aktuelle Beispiele dafür sind Bithumb, CoinCheck, kürzlich Zaif und jetzt also das Schweizer Start-up Trade.io. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erläutert, gelang es Unbekannten am Sonntag, dem 21. Oktober, Zugriff auf 50 Millionen TIO-Token in Firmenbesitz zu erlangen.

Unautorisierte Geldbewegungen aus dem Cold Storage der jungen Firma hätten demnach das Sicherheitsteam auf den Plan gerufen. Dieses konnte allerdings nur den Diebstahl der Firmen-Token feststellen. Kurz danach, so Trade.io, sei ein ungewöhnlich hohes Handelsvolumen von TIO auf den Krypto-Börsen KuCoin und Bancor zu beobachten gewesen. Scheinbar wollten die Diebe einen Teil der erbeuteten Coins alsbald in Umlauf bringen.

„Unmittelbar nach der Warnung beobachtete unser Team ein ungewöhnlich [hohes Handelsvolumen] von TIO an externen Börsen. Diese Börsen wurden sofort benachrichtigt, um Ein-/Auszahlungen und den Handel von TIO zu sperren und unser Sicherheitsteam begann seine Untersuchung.“

Coins aus Cold Storage entwendet

Trade.io ist ein kleines, relativ unbekanntes Start-up mit Sitz in Lugano. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge auf ICOs spezialisiert. So wirbt das Unternehmen mit einem „ICO-Service“.

Zeitweise handelte TIO auch nach Bekanntwerden des Hacks nahezu am Ausgangskurs. Mittlerweile ist der Kurs zwar um etwa acht Prozent eingebrochen, bei einem Hack dieser Ausmaße wären aber größere Kurskapriolen zu erwarten gewesen.

Was diesen Fall spektakulär macht, ist aber nicht unbedingt die Höhe der erbeuteten Summe, sondern der Umstand, dass die Diebe die Token aus dem Cold Storage der Firma entwenden konnten. Das ist recht ungewöhnlich. Denn sicherer als im Cold Storage können Unternehmen Token eigentlich nicht lagern. Der Private Key ist dabei nicht durch das Internet erreichbar, sondern wird separat verwahrt. Im Grunde ist also der physische Zugang zum Cold-Storage-Modul notwendig.

Es liegt dementsprechend nahe, dass die Täter aus dem Umfeld der Firma selbst kommen. Der bisherige Ermittlungsstand lässt allerdings keine entsprechenden Erkenntnisse zu. Dazu Trade.io:

„Die Ermittlungen laufen noch und haben bisher ergeben, dass es keine technische Manipulation des Cold Storage gab und trade.io-Systeme bleiben sicher und unangetastet. Es gibt auch keine Hinweise auf Diebstahl durch interne Akteure.“

Nur Trade.io selbst betroffen

Anleger können indes aufatmen. Denn der Hack betrifft nur die angesprochenen 50 Millionen Token im Cold Storage von Trade.io. Als Reaktion auf den Verlust ist das Unternehmen indes um maximale Transparenz bemüht.

https://twitter.com/TradeToken/status/1054447257309888513

Der Pressemitteilung ist ferner zu entnehmen, dass Trade.io eine Hard Fork von TIO anstrebt. Der neue ERC-20-Token nennt sich dann TIOx und soll wohl die erbeuteten TIO entwerten. Weitere Infos kündigt das Unternehmen für die kommenden Tage an.

BTC-ECHO

Ähnliche Artikel

SpeedReader: Brave-Browser gewinnt an Geschwindigkeit
SpeedReader: Brave-Browser gewinnt an Geschwindigkeit
Unternehmen

Der quelloffene Brave-Browser wartet mit einem neuen Feature auf. Mit dem Speedreader will das Brave-Team ein verbessertes Leseerlebnis anbieten.

Bank of America: Wie können Unternehmen Bitcoin verwahren?
Bank of America: Wie können Unternehmen Bitcoin verwahren?
Unternehmen

Am gestrigen Dienstag, dem 13. November, reichte die Bank of America ein Patent ein, in dem die Erfinder beschreiben, wie Großunternehmen Kryptowährungen verwahren und in Fiatwährungen umwandeln können.

Twitter löscht massenhaft Scam-Accounts
Twitter löscht massenhaft Scam-Accounts
Unternehmen

Twitter hat ein Problem mit Fake-Accounts, die betrügerische Ziele verfolgen.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Token Economy und chinesische Geisterstädte: Deshalb scheitern die meisten Krypto-Projekte
Token Economy und chinesische Geisterstädte: Deshalb scheitern die meisten Krypto-Projekte
Kommentar

Was nützt die beste Verfassung, das beste Gesellschaftsmodell oder eben die beste Technologie, wenn die Menschen noch nicht dafür bereit sind?

SpeedReader: Brave-Browser gewinnt an Geschwindigkeit
SpeedReader: Brave-Browser gewinnt an Geschwindigkeit
Unternehmen

Der quelloffene Brave-Browser wartet mit einem neuen Feature auf. Mit dem Speedreader will das Brave-Team ein verbessertes Leseerlebnis anbieten.

Neue Strategien zum Schutz von Bitcoin & Co.
Neue Strategien zum Schutz von Bitcoin & Co.
Sicherheit

Kaspersky hat sich in Sachen Internet-Security seit geraumer Zeit einen Namen gemacht.

Asset-Tokenisierung in Singapur bald Realität?
Asset-Tokenisierung in Singapur bald Realität?
Blockchain

Nasdaq, Deloitte und Anquan vermelden Erfolg beim Test einer Plattform, die das Settlement von tokenbasierten Wertpapieren auf der Blockchain vereinfachen soll.

Angesagt

Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“
Regulierung

Der ehemalige Präsident der europäischen Zentralbank EZB Jean-Claude Trichet hält Blockchain-Technologien für die weitere Entwicklung des weltweiten Finanzsystems für interessant.  

Schweiz: Bitcoin am Ticketautomaten
Bitcoin

Die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) führen den Verkauf von Bitcoin an ihren Ticket-Automaten ein.

„Die babylonische Gefangenschaft“ – Cardanos Michael Parsons tritt zurück
Altcoins

Die Cardano Foundation hat einen Personalwechsel angekündigt. Demnach wird der Vorsitzende des Stiftungsrates Michael Parsons nicht länger Teil des Teams sein. 

Warum fällt der Bitcoin-Kurs? Die Sache mit der Marktkapitalisierung
Kommentar

Überall liest man: Der gesamte Markt hat 24 Milliarden US-Dollar verloren.