In einem Interview mit der US-Großbank Morgan Stanley gab Milliardär Stanley Druckenmiller Einblicke, wie er sich die Zukunft des Finanzsystems vorstellt. Dabei hob der ehemalige Hedgefonds-Manager besonders die Rolle von Stablecoins hervor. “In 10 bis 15 Jahren dürfte unser gesamtes Zahlungssystem über Stablecoins laufen”, sagte er.
Für Druckenmiller sei dabei vor allem die Effizienz der wertstabilen Kryptowährungen ausschlaggebend. Sie seien schneller und gleichzeitig auch günstiger in der Transaktionsabwicklung.
Stablecoins erlebten vor allem im vergangenen Jahr einen enormen Adoptionsschub. Sowohl große Banken als auch mehrere Großkonzerne setzen eigene Projekte auf. Mit Circle ging sogar der zweitgrößte Anbieter an die Börse.
“Krypto ist eine Lösung, die nach einem Problem sucht”
Dass Druckenmiller Stablecoins befürwortet, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er die Krypto-Industrie eher kritisch sieht. “Für mich ist es eine Lösung, die nach einem Problem sucht. Ich bin sehr traurig, dass es je aufgekommen ist.”
Bitcoin selbst nennt er dabei explizit zwar nicht, seine weiteren Äußerungen könnte man mit der Kryptowährung aber indirekt in Verbindung bringen: “Als Wertspeicher hat man es nie gebraucht. Jetzt hat es sich zu einer Marke entwickelt, die die Leute lieben. Also wird es wahrscheinlich ein Wertspeicher werden.”
Bitcoin entstand 2008 nach der Weltfinanzkrise. Als erste dezentrale Währung sollte sie ursprünglich eine Alternative zum US-Dollar sein. Auch wenn Bitcoin heute eher als Wertspeicher betrachtet wird, gibt es nach wie vor eine starke Community, die den Ursprungsgedanken hochzuhalten versucht.
Zweifel am US-Dollar: “In 50 Jahren keine Reservewährung mehr”
Zum US-Dollar hatte Druckenmiller im Interview ebenfalls eine starke Meinung. In 50 Jahren werde dieser seinen Status als Reservewährung verlieren, so die Einschätzung des ehemaligen Hedgefonds Managers. Welche Währung dann den Platz des US-Dollar einnehmen werde, wisse Druckenmiller aber nicht: “Vielleicht irgendein Krypto-Zeug, das ich hasse.”

