Der britische ehemalige Premierminister Boris Johnson ging kürzlich in einer Kolumne der Daily Mail mit Bitcoin hart ins Gericht. Die Kryptowährung sei nicht mehr als ein “Ponzi Scheme”, habe keinen intrinsischen Wert und würde kollabieren, sobald der Strom an neuen Investoren abreiße.
Grundsätzlich zweifelt der ehemalige Premierminister am wirtschaftlichen Fundament von Bitcoin. Während er bei Vermögenswerten wie Gold oder sogar bei Sammlerstücken wie Pokémonkarten einen nachvollziehbaren Wert erkennen könne, erschließe sich ihm der Nutzen von Bitcoin nicht. Für ihn bestehe die Kryptowährung letztlich nur aus einer Zahlenfolge, die auf Computern gespeichert sei. Zudem stelle sich für ihn die Frage, wer im System Verantwortung trage.
Besonders kritisch sieht Johnson die Abhängigkeit von Vertrauen innerhalb des Bitcoin-Systems. Da Bitcoin dezentral organisiert sei, gebe es keine Institution, die im Krisenfall eingreifen oder zur Rechenschaft gezogen werden könne.
Schließlich verweist Johnson auf historische Währungen wie den römischen Denar, deren Stabilität auf staatlicher Autorität beruhte. Daraus leitet er ab, dass Geld ohne staatliche Kontrolle kaum dauerhaft bestehen könne.
Kritik aus dem Krypto-Space
Die Antwort des Krypto-Space ließ nicht lange auf sich warten. So nahm etwa Strategy-Gründer Michael Saylor, der gerade erst ein Rieseninvestment in Bitcoin vermeldet hatte, die Kryptowährung in Schutz: “Ein Ponzi Scheme benötigt einen zentralen Akteur, der Profite verspricht und frühe Investoren mit Gelder späterer Investoren ausbezahlt”. Merkmale, die auf Bitcoin nicht zuträfen, so der Strategy-Gründer.
Der CEO von Helius, Mert Mumtaz, wurde noch deutlicher: “Das ist eines der dümmsten Dinge, die ich je gelesen habe. Zu keinem Zeitpunkt Ihrer zusammenhanglosen Antwort haben Sie auch nur annähernd etwas geäußert, das man als rationalen Gedanken bezeichnen könnte.”


