Haftstrafe für BitShine-Kopf 

Taiwan verurteilt Krypto-Betrüger zu 22 Jahren Haft – und verschärft Regulierung

Tausende Anleger soll ein organisiertes Krypto-Betrugsnetzwerk um Millionen gebracht haben. Nun hagelt es hohe Haftstrafen in Taiwan.

Daniel Hoppmann
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Bitcoin auf taiwanesischer Flagge.

Beitragsbild: Shutterstock

| In Taiwan gelten härtere Regeln für Krypto

Ein taiwanesisches Gericht hat den Kopf hinter der Krypto-Börse BitShine zu 22 Jahren Haft verurteilt. Das berichten Lokalmedien. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann gemeinsam mit einem Netzwerk aus Betrügern mehr als 1.500 Menschen um insgesamt 39 Millionen US-Dollar gebracht haben. Verurteilt wurde er unter anderem wegen Betrugs, Geldwäsche und des unerlaubten Angebots von Krypto-Dienstleistungen.

Der Verurteilte soll BitShine als scheinbar seriöse Krypto-Börse genutzt haben, um illegale Geschäfte zu verschleiern. Die Plattform war zeitweise sogar bei der taiwanesischen Finanzaufsicht FSC registriert. Laut den Ermittlungen arbeiteten die Täter mit Betrugsbanden und Mitgliedern der organisierten Kriminalität zusammen. Opfer wurden dazu gebracht, ihr Geld in den Stablecoin Tether (USDT) zu tauschen, bevor die Gelder ins Ausland transferiert und gewaschen wurden. Zwischen Januar 2024 und April 2025 sollen auf diese Weise umgerechnet rund 71 Millionen US-Dollar bewegt worden sein.

Besonders brisant: Medienberichten zufolge sogar ein reguläres Know-your-Customer-Verfahren entwickeln, um BitShine einen seriösen Anstrich zu verleihen. Gleichzeitig sollen Vermittler Mitglieder der Betrugsnetzwerke darauf vorbereitet haben, die Identitätsprüfung erfolgreich zu bestehen, und so potenzielle Opfer unauffällig auf die Plattform gelotst haben. Bereits im August 2025 hatten die Behörden Anklage gegen insgesamt 14 Beschuldigte erhoben und mitunter Haftstrafen von 25 Jahren gefordert.

Taiwan verschärft Strafen gegen Krypto-Betrüger

Zuvor hatte Taiwan die Krypto-Regulierung verschärft. Anfang des Monats verabschiedete das Parlament ein neues Gesetz, das Krypto-Dienstleister und Stablecoin-Anbieter künftig einer strengeren Aufsicht unterstellt. Vergehen können dabei mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren und Millionenstrafen geahndet werden.

Mit dem neuen Rechtsrahmen zählt Taiwan zu den Staaten, die ihre Krypto-Regulierung deutlich ausbauen. Ziel der Regierung ist es, den Anlegerschutz unter anderem mit klaren Standards für die Branche zu stärken sowie gegen illegale Anbieter konsequenter vorzugehen.

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