Lieferketten-Angriff 

Ledger-Skandal erreicht Europa? Nutzer meldet manipulierte Wallet von MediaMarkt

Das Implantat sitzt unsichtbar im Gerät und selbst die Echtheitsprüfung des Herstellers schlägt nicht an. Ist jetzt auch Europa betroffen?

Jan-Malte Minnerup
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Ledger und Bitcoin Coin auf MediaMark Hintergrund

Beitragsbild: Fotomontage

| Nach Angaben von Ledger sind Geräte aus dem Direktvertrieb des Herstellers nicht betroffen

Der Sicherheitsvorfall beim Hardware-Wallet-Hersteller Ledger könnte größere Kreise ziehen als bisher angenommen. Nachdem am Freitag Berichte über manipulierte Geräte und mutmaßliche Krypto-Diebstähle in Millionenhöhe bekannt geworden sind, gibt es nun erstmals Hinweise auf einen ähnlichen Fall in Europa. Ein Nutzer veröffentlichte auf X Bilder einer geöffneten Ledger-Wallet, die er wenige Wochen zuvor bei MediaMarkt gekauft hatte. Darauf sind zusätzliche Kabel und elektronische Bauteile zu erkennen, die nach seiner Darstellung nicht zur Originalhardware gehören.

Bei dem Gerät soll es sich um eine ältere Variante eines Spionage-Implantats handeln. Dieses könnte sensible Informationen abgreifen, die bei der Einrichtung einer Hardware-Wallet angezeigt werden. Bislang wurden von dem Gerät allerdings noch keine Kryptowährungen gestohlen und es ist nicht klar, ob ein Zusammenhang mit den bekannten Angriffen besteht.

Fragwürdiger Eigentümerwechsel beim asiatischen Wiederverkäufer

Ledger selbst hatte zuvor einen Vorfall bestätigt, bei dem sie in mindestens einem betroffenen Gerät eine nicht autorisierte Hardwarekomponente entdeckten. Der Vorfall soll sich nach Unternehmensangaben aber auf Geräte des asiatischen Wiederverkäufers CryptoBilis begrenzen, dessen Unternehmensgeschichte neue Fragen aufwirft. So wechselte der autorisierte Ledger-Händler nur wenige Monate vor Bekanntwerden der Angriffe den Eigentümer. Demnach übertrug der bisherige Eigentümer am 3. August sämtliche Unternehmensanteile auf eine Person aus der chinesischen Provinz Heilongjiang. Die früheren Gründer hatten das Unternehmen bereits im März verlassen und besitzen seitdem keinen Zugriff mehr auf dessen Systeme.

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