Meinungs-ECHO 

Anschnallen für den Crash: “Bitcoin wird untergehen”

Die Tage des Bitcoin sind gezählt, meint Terrence Howard. Ein Knopfdruck und das Kartenhaus falle zusammen – doch welcher Knopf eigentlich?

Moritz Draht
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Schauspieler Terrence Howard bei der Premiere von "Fight Night: The Million Dollar Heist"

Beitragsbild: picture alliance

| Schauspieler Terrence Howard bei der Premiere von "Fight Night: The Million Dollar Heist"

Schlechte Nachrichten für alle Bitcoiner: das mit dem Lambo wird wohl doch nichts. Denn glaubt man Terrence Howard, geht alles den Bach runter: “Bitcoin wird untergehen”, meint der ehemalige Oscar-nominierte Schauspieler nun in einem Podcast. Und was er behauptet, hat Hand und Fuß. Schließlich ist Howard nicht nur Schauspieler, sondern auch Universalgelehrter und Vordenker einer Logik, die selbst das kleine Einmaleins – nun ja – noch kleiner aussehen lässt. Bereit für eine bewusstseinserweiternde Reise, die an den Grundfesten des menschlichen Verstands rüttelt?

Kaum zu glauben, er meint es ernst

Eins mal eins ergibt eins. Das weiß jedes Kind – und liegt damit gehörig daneben. Denn die eigentlich richtige Antwort lautet natürlich zwei. In der Grundschule wäre Terrence Howard mit dieser Antwort wohl nicht so leicht davongekommen, doch anders in der Social-Media-Welt, wo sich die Gehirnzellen schnell gute Nacht sagen.

Überzeugt von der einzig wahren Mathematik, der “Terryology” (kein Scherz), tingelt Howard seit einigen Jahren durch Fernsehshows und Podcasts, um seine Erkenntnisse mit der Welt zu teilen. Einen “Beweis” für seine gewagte Behauptung hat er 2017 auf X, damals noch Twitter, veröffentlicht – man schmunzelte.

Nur nicht Howard. Der reiste sogar 2022 nach Uganda, um im Beisein des Präsidenten Yoweri Museveni eine “auf der Geometrie des Wasserstoffs basierende” Supersymmetry-Technologie zu pitchen, die handelsübliche Hubschrauber und Flugzeuge ersetzen soll. Howard hat scheinbar eine regelrechte Obsession entwickelt. Laut eigener Aussage bastelt er 17 Stunden täglich Skulpturen, die sein krudes Zahlenverständnis modellieren sollen.

Ebenjener Howard, der nun in einem Podcast sagte, dass niemand sein Geld in etwas investieren möchte, “das mit einem Knopfdruck ausgelöscht werden kann”. Das hat sich der Präsident von Uganda vielleicht auch gedacht. Aber es ist schließlich Howards Welt, wir leben nur darin.

“Wir erleben eine Glaubenskrise”

Für Kopfschütteln unter Bitcoinern sorgte auch einmal mehr Paul Krugman. Seit Jahren profiliert sich der Wirtschaftswissenschaftler als leidenschaftlicher Krypto-Kritiker. Anders als Howard kann man dem Nobelpreisträger kaum mangelndes Fachwissen vorwerfen. Krugman weiß, wovon er redet. Und auch, wie man Nadelstiche verteilt.

Erneut blickt der 73-Jährige in einem Bloomberg-Interview äußerst kritisch auf das Geschehen am Krypto-Markt. Ob der Bitcoin-Kurs dazu verdammt ist, ewig zu steigen: Krugman hat da so seine Zweifel. Ebenso daran, dass die Kryptowährung ohne ein “kryptofreundliches Weißes Haus” überhaupt die 100.000er Marke durchbrochen und auf ein neues Allzeithoch geschossen wäre.

Nach dem Höhenflug offenbare sich nun eine tiefe “Glaubenskrise” unter Anlegern. “Viele Leute haben Bitcoin als das nächste Gold verkauft, doch es hat sich herausgestellt, dass angesichts von politischen Unsicherheiten das nächste Gold doch Gold ist – und nicht Bitcoin”. Dies sei ein “Weckruf für die Menschen, dass dies tatsächlich kein dauerhafter Gewinn sein wird”.

Eine Million pro Bitcoin? Noch “zu konservativ”

Solche Worte würde man von Matt Hougan nicht hören. Nicht nur, weil er dann wohl die längste Zeit CIO beim Asset-Manager Bitwise gewesen wäre. Hougan glaubt fest, dass Bitcoin sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat. Der Kurs sei eben doch dazu verdammt, mindestens die Millionenmarke zu brechen.

Bei der Rechnung bekäme Krugman jedoch wahrscheinlich Schnappatmung. Bitcoin konkurriert als digitaler Wertspeicher mit Gold, sagt Hougan. Viele unterschätzen laut ihm, dass der Markt für solche Assets rapide wachse. Setzt sich das historische Wachstum fort und steigt der Store-of-Value-Markt in zehn Jahren auf rund 121 Billionen US-Dollar, würde bereits ein Anteil von etwa 17 Prozent ausreichen, damit Bitcoin auf eine Million US-Dollar steigt.

Wer am Ende recht behält, wird sich zeigen. Ob Bitcoin implodiert oder explodiert: alles ist spannender als eine monatelange Seitwärtsphase wie zuletzt. Der Markt wird schon entscheiden, welche der Rechnungen aufgeht. Nur so viel ist klar: die von Terrence Howard ist es vermutlich nicht.

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