„Freunde“ zwingen New Yorker zur Herausgabe seiner Private Keys

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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In New York ist ein junger Mann angeblich unter Folter von seinen vermeintlichen „Freunden“ zur Herausgabe seiner Private Keys gezwungen worden. Die Verteidigungsanwältin beharrt derweil auf der Unschuldsvermutung – die Angeklagten wollten ja nur helfen.

Wer Kryptowährungen hält, weiß um die Wichtigkeit der Private Keys. Erst dieser Schlüssel ermöglicht es überhaupt, dass man wirklich über seine Bitcoin & Co. verfügen kann. Verliert man den Private Key, ist auch das schöne Krypto-Vermögen dahin. Das ist der Preis für die Freiheit, die „Be Your Own Bank“ mit sich bringt. Wie die New York Post am 6. November berichtete, wussten das offensichtlich auch vier junge New Yorker, die ihren „Freund“ zur Herausgabe seiner Private Keys gezwungen haben sollen.

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Nach einer durchzechten Nacht am 7. September brachte der 25-jährige Stephen Orso, Sohn eines wohlhabenden Wagniskapitalgebers, gemeinsam mit seinen drei Freunden David Leica, 19, Steven Dorn, 29, und Chris David, 25, den betrunkenen Kumpel Nicholas Truglia, 27, nach Hause. Laut der Strafanzeige seien sie um 2:50 Uhr in seine luxuriöse Hochhauswohnung in der West 42nd Street angekommen. Anstatt es bei diesem Freundschaftsdienst zu belassen, sollen sie Truglia jedoch gezwungen haben, seine Privat Keys zu verraten. Aus den Gerichtsakten geht weiter hervor, dass Osro dazu Truglias Kopf in der Badewanne unter Wasser hielt, ihn in den Bauch schlug und ihn zudem mit heißem Wachs bewarf.

Die kriminellen Freunde hatten etwa zwei Stunden nach ihrer Ankunft das Gebäude verlassen. Daraufhin stellte Truglia fest, dass sie sein Laptop, zwei Mobiltelefone und einen USB-Stick mit den Private Keys gestohlen hatten. Bislang ungeklärt ist jedoch, ob die Männer die Wallet gehackt oder Geld gestohlen haben. Auch die auf der Wallet befindliche Kryptowährung (oder Kryptowährungen) sind bisher unbekannt.

Wie das Überwachungsvideo zeigt, scheint Leica „ein rechteckiges Objekt unter seinem Sweatshirt zu verbergen, das einem Laptop gleicht“, heißt es in der Anklageschrift. Kurz darauf ortete Truglia sein iPhone und konnte erkennen, dass es sich in der Nähe der gemeinsamen Wohnung der Angeklagten befand.

Am nächsten Tag schickte Leica das iPhone angeblich per Uber an Truglia zurück, auch den Laptop will er ihm wiedergegeben haben. Laut der Gerichtsakten war dieser mit Wachs bespritzt, was für Truglias Version der Geschichte spricht. Dennoch beharrt Stacey Richman, die Verteidigungsanwälten aller vier Angeklagten, auf der Unschuldsvermutung. Außerdem beklagt sie die Darstellung des Vorfalls in den Medien. Sie ist davon überzeugt, dass die Angeklagten einfach ihren betrunkenen Freund nach Hause bringen wollten. Nichtsdestotrotz wurden die „Freunde“ wegen Einbruchs zweiten Grades angeklagt. Der Gerichtstermin, der Licht ins Dunkel bringen soll, ist für den 14. März anberaumt.

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