Dezentrale Börse 

Uniswap-Analyse: Wie sich die größte DEX neu erfindet

Uniswap steht an einem Wendepunkt: Nach Jahren explosiven Wachstums beginnt der größte DEX, seine Marktstruktur neu zu ordnen. Was hinter dem Umbau steckt und warum er für den gesamten DeFi-Sektor relevant ist.

Timur Yildiz
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Uniswap Analyse: Uniswap-Logo vor Kurschart zur Marktstruktur des DEX

Beitragsbild: Shutterstock

| Uniswap baut seine Marktstruktur mit neuen Governance- und Auktionsmechaniken um

Uniswap gehört gemessen an Onchain-Daten zur Spitzengruppe unter den dezentralen Börsen. Die DEX hat in den vergangenen zwölf Monaten ein Handelsvolumen von etwa einer Billion US-Dollar erreicht. Auch kurzfristig dominiert Uniswap den DEX-Markt. Über die letzten 30 Tage lag das Protokoll beim Handelsvolumen unter allen dezentralen Börsen auf Platz 1. Bei den generierten Gebühren rangiert Uniswap auf Platz 2, während täglich knapp 340.000 aktive Nutzer mit dem Protokoll interagieren. Kumuliert hat Uniswap seit dem Start rund vier Billionen US-Dollar an Handelsvolumen verarbeitet – eine Größenordnung, die seine Rolle als zentrale Liquiditäts- und Preisbildungsinfrastruktur im Onchain-Handel unterstreicht.

Parallel dazu hat sich das regulatorische Umfeld spürbar verändert. Die US-Börsenaufsicht SEC stellte ihre Untersuchung gegen Uniswap Labs bereits im Februar 2025 ein und beendete damit eines der prominentesten Verfahren im DeFi-Sektor. In dieses Umfeld fällt auch die jüngste Registrierung eines “Bitwise Uniswap ETF”-Trusts im US-Bundesstaat Delaware. Sie zeigt, dass Uniswap zunehmend auch im institutionellen Kontext als Marktinfrastruktur wahrgenommen wird.

Wie Uniswap seine Marktstruktur umbaut

Auch innerhalb des Protokolls wurden zuletzt entscheidende Weichen gestellt. Ende Dezember 2025 stimmten 98,8 Prozent der teilnehmenden Tokenhalter für die sogenannte UNIfication. Kern der Reform ist die Zusammenführung von Uniswap Foundation und Uniswap Labs sowie die geplante Aktivierung von Protokollgebühren. Künftig soll ein Teil der Gebühren nicht mehr ausschließlich an Liquiditätsanbieter fließen, sondern in Mechanismen übergehen, die unter anderem einen UNI-Burn ermöglichen, um den Token-Wert zu steigern. Kritiker sehen darin eine stärkere Zentralisierung, Befürworter verweisen auf effizientere Entscheidungsprozesse und eine bessere Positionierung gegenüber zentralisierten Börsen.

Diese strategische Neuausrichtung spiegelt sich auch auf der technischen Ebene wider. Uniswap führt ein neues Auktionsmodell ein, das Token-Emission, Preisfindung und Liquiditätsaufbau vereinfachen möchte. Ziel ist es, typische Probleme von Token-Launches auf DEXs zu entschärfen – darunter extreme Volatilität, Bot-Sniping und verzerrte Preisbildung in den ersten Handelsminuten. Statt eines einmaligen Starts werden Token blockweise verteilt, während sich der Marktpreis schrittweise bildet und die resultierende Liquidität automatisch in Uniswap v4 Pools überführt wird. Die Smart Contracts sind bereits live, die Integration in die Uniswap-Weboberfläche startet Anfang Februar. Uniswap entwickelt sich damit zunehmend von einer Handelsplattform zu einem komplexen, selbststeuernden Marktsystem.

UNI in der technischen Analyse

In den letzten 24 Stunden bewegte sich der UNI‑Kurs in einer Spanne zwischen 4,17 US-Dollar (Tief) und 4,5 US-Dollar (Hoch) basierend auf den letzten sechs 4‑Stunden‑Kerzen. Der aktuelle Schlusskurs liegt bei 4,3 US-Dollar und damit rund 3,4 Prozent unter dem Schlusskurs vor 24 Stunden (4,45 US-Dollar). Die Marktkapitalisierung beträgt etwa 2,67 Milliarden US-Dollar und gibt Kontext zum Wert des Coins im Krypto‑Midcap‑Bereich.

Der Kurs notiert unter dem EMA‑20 (4,54 US-Dollar) und zeigt die jüngste Abfolge von niedrigeren Hochs und tieferen Tiefs. Kurzfristige Unterstützung liegt am Bollinger‑Unterband und Fibonacci‑Level bei etwa 4,18 US-Dollar; unmittelbare Widerstände sind EMA‑20 bei 4,54 US-Dollar und das Zwischenhoch um 4,80 US-Dollar. Solange der Kurs unter dem EMA‑20 bleibt, ist die Marktlage technisch bärisch mit hohem Abwärtsdruck.

Der RSI liegt bei rund 23,1 und signalisiert stark überverkaufte Bedingungen. Das Histogramm zeigt negative Beschleunigung, wenngleich die letzten drei 4‑Stunden‑Kerzen eine leichte Abschwächung des Abwärtsdrucks andeuten.

Die Bollinger‑Band‑Breite beträgt etwa 0,86 US-Dollar, was auf erhöhte, aber nicht extreme Schwankungen hinweist. Der Kurs handelt nahe dem unteren Band (4,3 US-Dollar vs. Unterband 4,18 US-Dollar), daher bleibt das kurzfristige Risiko erhöht.

Kursprognose für UNI

Kurzfristige Prognose: neutral bis leicht bärisch – der Kurs bleibt unter dem EMA‑20 und weist schwaches Momentum auf. Wesentliche Unterstützung liegt bei 4,18 US-Dollar (Bollinger‑Unterband / Fibonacci-Level), unmittelbare Widerstände bei 4,54 US-Dollar (EMA‑20) und 4,80 US-Dollar (Zwischenhoch). Ein Ausbruch über 4,80 US-Dollar mit anschließender Rückeroberung des EMA‑20 würde das Szenario beruhigen und Aufwärtspotenzial bis etwa 5,50 US-Dollar eröffnen. Ein nachhaltiger Bruch unter 4,18 US-Dollar würde die Abwärtsbewegung in Richtung 3,50 US-Dollar wahrscheinlich fortsetzen.

Disclaimer: Die charttechnischen Informationen wurden mithilfe von Softwaretools und KI-Systemen erstellt. Es handelt sich hierbei nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen.

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Quellen:

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