Wetten auf Personalien 

Trump und die verdächtigen Wetten: Gab es Vorwissen über seine neue Sprecherin?

Kurz vor Trumps Personalentscheidung wurden auffällige Wetten platziert. Nun steht der Verdacht auf Insiderhandel im Raum

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt Donald Trump

Beitragsbild: picture alliance

| Gerüchte über Insiderhandel im Weißen Haus stehen immer wieder im Raum

Drei auffällige Wetten auf die Ernennung von Donald Trumps neuer Pressesprecherin könnten einigen Tradern einen außergewöhnlichen Gewinn bescheren. Auf der Prognoseplattform Kalshi setzten Unbekannte insgesamt 173 US-Dollar auf Katie Zacharia, die zuvor kaum als Favoritin gehandelt worden war. Nun könnten aus den kleinen Einsätzen mehr als 9.500 US-Dollar werden. Weil die Wetten kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe platziert wurden, untersucht Kalshi einen möglichen Fall von Insiderhandel.

Zacharia galt noch wenige Tage vor ihrer Ernennung als Außenseiterin, wobei ihre Gewinnwahrscheinlichkeit auf Kalshi bei gerade einmal einem Prozent lag. Am Freitag gab Trump schließlich bekannt, dass die Juristin und politische Kommentatorin die bisherige Pressesprecherin Karoline Leavitt ablösen werde.

Kalshi untersucht verdächtige Wetten auf Trump-Entscheidung

Die erste Wette wurde am Donnerstagabend um 22:43 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit mit einem Einsatz von lediglich 19 US-Dollar abgeschlossen. Daraus könnten nun 1.896 US-Dollar werden, was nahezu dem Hundertfachen des ursprünglichen Betrags entspricht. Am Freitagnachmittag folgten zwei weitere Einsätze über rund 74 und 80 US-Dollar, deren mögliche Auszahlungen sich auf 3.689 beziehungsweise 4.023 US-Dollar belaufen.

Kurz darauf bestätigte Trump die Personalentscheidung über seine Plattform Truth Social. Kalshi hat inzwischen eine Untersuchung eingeleitet, wollte sich zu möglichen Hintergründen der Handelsaktivitäten allerdings nicht äußern. Die Identitäten der beteiligten Nutzer sind öffentlich nicht einsehbar, werden von der Plattform selbst jedoch erfasst.

Der Fall erinnert an einen früheren Vorfall im Weißen Haus, bei dem ein Mitarbeiter mit Wetten auf die Reden des US-Präsidenten erhebliche Gewinne erzielt hatte. Gabriel Perez, der als Teleprompter-Bediener Zugang zu den vorbereiteten Redetexten hatte, musste im August Gewinne in Höhe von 107.539 US-Dollar zurückzahlen. Zusätzlich verhängte die amerikanische Finanzaufsicht CFTC eine Geldstrafe von 65.000 US-Dollar und ein dreijähriges Handelsverbot gegen ihn.

Schon zuvor hatte das Weiße Haus seine Mitarbeiter davor gewarnt, vertrauliche Regierungsinformationen für private Gewinne auf Prognosemärkten zu verwenden. Auch der US-Kongress beschäftigt sich mit möglichen Insidergeschäften auf entsprechenden Handelsplattformen. Ob die verdächtigen Wetten auf Zacharias Ernennung tatsächlich auf nicht öffentlichen Informationen beruhten, ist bislang nicht geklärt.

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