Nach den Berichten über manipulierte Hardware Wallets hat sich Ledger ausführlich zu den jüngsten Angriffen geäußert. In einer Stellungnahme vom 15. Oktober erklärt der Hersteller, dass eine organisierte Tätergruppe über mehrere Monate hinweg originale Ledger-Geräte gekauft und mit versteckten Bauteilen ausgestattet habe. Diese konnten die Wiederherstellungsphrase bei der Einrichtung abfangen, bevor die manipulierten Geräte über Wiederverkäufer in Südostasien in Umlauf gebracht wurden. Nach Angaben von Ledger waren weder die eigenen Server noch das Betriebssystem oder die Sicherheitschips kompromittiert.
Als Reaktion hat das Unternehmen eine umfangreiche Untersuchung eingeleitet und unter anderem Geräte aus deutschen Geschäften sowie Lagerbeständen überprüft. Bei den untersuchten Exemplaren seien keine Manipulationen festgestellt worden. Zudem forderte das Unternehmen seine Vertriebspartner in Südostasien und Hongkong auf, den Verkauf vorerst auszusetzen. Künftig dürfen Ledger-Geräte bei autorisierten Händlern nicht mehr offen in Verkaufsregalen ausliegen, sondern müssen bis zur Übergabe an Kunden sicher aufbewahrt werden.
Ledger Atom soll Krypto-Wallets sicherer machen
“Passend” zu den jüngsten Vorfällen hat Ledger am Donnerstag sein neues Gerät namens Ledger Atom vorgestellt, welches im Sommer 2027 erscheinen soll. Es kombiniert gewöhnliche Android-Anwendungen mit einem eigenen Sicherheitsbetriebssystem. Neue Schutzmechanismen sollen unter anderem erkennen, wenn das Gehäuse geöffnet oder das Display entfernt wird. Auch die empfindlichen Bauteile im Inneren sollen besser gegen Manipulationen geschützt sein.
Dafür setzt das Unternehmen auf zwei voneinander getrennte Betriebsumgebungen. Während alltägliche Apps über Android laufen, werden sensible Vorgänge wie die Freigabe von Krypto-Transaktionen über Ledger OS abgewickelt. Ein zusätzlicher Chip steuert den Wechsel zwischen beiden Bereichen und soll verhindern, dass gewöhnliche Anwendungen auf sicherheitsrelevante Vorgänge zugreifen können.
Die neue Hardware hat allerdings ihren Preis: Die limitierte Founder’s Edition kostet 849 Euro und lässt sich bereits mit einer erstattungsfähigen Anzahlung von 100 Euro reservieren. Nach der Markteinführung steigt der Preis auf 899 Euro: Frühzeitige Käufer erhalten außerdem einen Bitcoin-Gutschein im Wert von 50 Euro und drei Monate kostenlosen Zugang zu Ledger Recover.
Community kritisiert das Timing
Ledger-CEO Pascal Gauthier feiert den Release, doch auf X findet er damit nur wenige Unterstützer. Viele Nutzer kritisieren das Timing: “Ein wirklich ungünstiger Zeitpunkt – du hattest doch so viel Zeit, diese Ankündigung noch aufzuschieben.”


