Internationale Fahndung 

Krypto-Razzia in Istanbul: Interpol-Gesuchter und Krypto-Unternehmer Richard Heart gefasst

Nach einer internationalen Fahndung klickten in Istanbul die Handschellen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung machten Ermittler brisante Funde.

Josip Filipovic
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Richard Heart, Gründer der Kryptowährung HEX, vor einem pink-orange leuchtenden Hintergrund mit dem HEX-Logo.

Beitragsbild: Richard Heart (YouTube) und Shutterstock I Fotomontage

| Richard Heart ist der Gründer der Kryptowährung Hex

Der Gründer der Kryptowährung Hex, Richard Heart, ist am Mittwochmorgen in Istanbul festgenommen worden. Das geht aus lokalen Medienberichten hervor. Türkische Polizei- und Geheimdienstbeamte nahmen den Unternehmer, der mit bürgerlichem Namen Richard James Schueler heißt, gemeinsam mit seiner Ehefrau im Stadtteil Beşiktaş fest. Hintergrund ist eine internationale Fahndung von Interpol, die bereits seit 2024 auf Ersuchen finnischer Behörden besteht. Vor dem Zugriff hatten die Ermittler die Wohnung des Krypto-Unternehmers observiert.

Bei der anschließenden Durchsuchung stellten die Beamten zahlreiche Wertgegenstände sicher, darunter Goldschmuck und Bargeld in verschiedenen Währungen. Auch rund ein Dutzend Mobiltelefone, mehrere Laptops sowie Schusswaffen und zwei Drohnen wurden beschlagnahmt. Die Festnahme erfolgte im Rahmen einer gemeinsamen Operation der Istanbuler Polizei und des türkischen Geheimdienstes MIT.

Krypto-Gründer seit 2024 international gesucht

Die Fahndung gegen Heart geht auf Ermittlungen in Finnland zurück, wo ihm schwerer Steuerbetrug sowie Körperverletzung vorgeworfen wird. Heart hatte die Kryptowährung Hex im Jahr 2018 auf den Markt gebracht und sie als eine Art hochverzinsliches Einlagenzertifikat auf der Blockchain beworben. Auch in den USA geriet der Unternehmer später ins Visier der Behörden: Die amerikanische Börsenaufsicht SEC warf ihm 2023 vor, über nicht registrierte Krypto-Angebote mehr als eine Milliarde US-Dollar eingesammelt zu haben. Betroffen waren neben Hex auch die von ihm kontrollierten Projekte PulseChain und PulseX.

Besonders schwer wogen die Vorwürfe, Heart habe mindestens zwölf Millionen US-Dollar an Anlegergeldern für persönliche Luxusausgaben verwendet. Nach Darstellung der SEC soll er damit unter anderem Sportwagen und teure Uhren finanziert haben. Auch der Kauf eines schwarzen Diamanten mit 555 Karat namens “The Enigma” gehörte zu den Anschuldigungen, zu einer Verurteilung kam es in dem amerikanischen Verfahren allerdings nicht.

Im Februar 2025 wies ein US-Bundesrichter die Klage wegen fehlender gerichtlicher Zuständigkeit ab, da sich die beanstandeten Aktivitäten nicht eindeutig an amerikanische Anleger gerichtet hatten. Die SEC verzichtete anschließend darauf, ihre Klage innerhalb der gesetzten Frist zu überarbeiten, womit das Verfahren im April endete. Ob die finnischen Behörden nach der Festnahme in Istanbul bereits einen formellen Auslieferungsantrag gestellt haben, ist bislang nicht bekannt.

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