Die europäische Krypto-Community beäugt die Pläne der EZB für den digitalen Euro mit Argusaugen. Und auch in Übersee wird gewarnt, zumindest macht das Charles Hoskinson. Der Cardano-Gründer warnt davor, dass eine staatlich kontrollierte Digitalwährung zur Diskriminierung bestimmter Vermögenswerte und Transaktionen eingesetzt werden könnte. Bei einem UN-nahen FinTech-Event forderte er deshalb verbindliche rechtliche Grenzen für den Einsatz solcher Systeme.
“Warum ich euch Europäern beim digitalen Euro nicht vertraue, ist, dass wir alle wissen, was ihr damit machen werdet: Vermögenswerte und Transaktionen diskriminieren”, sagte Hoskinson. “Du wirst digitale Euros auf deinem Bankkonto haben und an der Tankstelle Benzin kaufen wollen. Und selbst wenn du 2000 Euro auf deinem Bankkonto hast, wird deine Karte abgelehnt, weil du diesen Monat bereits 50 Liter Benzin gekauft hast”, prophezeit er. Wer diese Sorge für unbegründet halte, solle entsprechende Praktiken gesetzlich ausschließen.
Seine Kritik am digitalen Euro ist Teil einer grundsätzlichen Kritik an bestehenden Regulierungsmodellen. Technologien wie Künstliche Intelligenz, synthetische Biologie, Nanotechnologie und Blockchain entwickelten sich exponentiell und verstärkten sich gegenseitig. Gesetze und Institutionen seien für dieses Tempo und die zunehmende Dezentralisierung nicht ausgelegt.
Hoskinson fordert technische Regulierung
Als Beispiel nennt Hoskinson die Regulierung des Krypto-Sektors. Behörden hätten versucht, Blockchain-Projekte wie klassische Finanzunternehmen zu behandeln. Das greife zu kurz, da dezentrale Systeme auch dann weiterlaufen könnten, wenn Gründer ausfallen oder Unternehmen verschwinden.
Eine vollständige Deregulierung lehnt Hoskinson jedoch ebenfalls ab. Stattdessen sollen Behörden definieren, welche Ziele sie verfolgen, etwa Verbraucherschutz, Betrugsprävention, Eigentumsrechte oder Privatsphäre. Die Industrie könne daraufhin offene Software entwickeln, die diese Vorgaben technisch umsetzt. Zertifizierte Lösungen könnten Unternehmen anschließend direkt in ihre Anwendungen integrieren.
Blockchain sieht Hoskinson dabei nicht nur als Gegenstand von Regulierung, sondern als mögliche Infrastruktur dafür. Compliance könnte dadurch günstiger und über Ländergrenzen hinweg skalierbar werden.
Für seine klaren Worte ist Hoskinson in der Community bekannt. Zuletzt hat er einem Journalisten die Meinung gegeigt, mehr dazu hier: “Ich habe es so satt, über Ethereum zu sprechen”
