In Russland startet ein neues Kapitel bei der Krypto-Regulierung. Wie die russische Zentralbank mitteilte, wurden nach Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen erstmals offizielle Register für zugelassene Akteure veröffentlicht. Insgesamt erhielten vier Börsenbetreiber sowie fünf Verwahrer eine Lizenz. Zu den zugelassenen Institutionen gehört auch die Sberbank, das größte Kreditinstitut des Landes, das für seine Kunden ab dem 1. Dezember erste Krypto-Dienste anbieten wird.
Neben der Sberbank sicherten sich die VTB Bank und weitere Anbieter wie Atomyze, Voltari, Cloud Infrastructure, T-Invest Lab, Zefir sowie Sistema-Crypto entsprechende Zulassungen. Die Sberbank kündigte an, ab Anfang Dezember Handels- und Verwahrungsdienste für Bitcoin, Ether und den Stablecoin USDT über ihre etablierten Plattformen auszurollen. Das rechtliche Fundament hatte Präsident Wladimir Putin im August geschaffen, indem er ein Gesetz unterzeichnete, das Börsen und Verwahrer unter die Aufsicht der Zentralbank stellt.
Strenge Krypto-Limits für Privatanleger
In der russischen Finanzbranche wird der Krypto-Marktöffnung großes Potenzial beigemessen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sberbank, Anatoly Popov, erklärte im Zuge der Regulierung: “Es wird erwartet, dass das regulierte Handelsvolumen an russischen Börsen bereits im ersten Jahr rund vier Billionen Rubel erreichen könnte”, was etwa 46,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Bis zum Jahr 2029 hält das Institut sogar ein Handelsvolumen von bis zu 87,1 Milliarden US-Dollar für möglich.
Für Privatanleger bleiben die Handlungsmöglichkeiten trotz der Freigabe aber streng reglementiert. Sie dürfen die liquidesten Kryptowährungen künftig nur bis zu einem Jahreslimit von 300.000 Rubel pro Drittanbieter erwerben, was rund 3.700 US-Dollar entspricht. Qualifizierte Investoren unterliegen hingegen keiner Summenbegrenzung. Außerdem bleibt das Binnenzahlungsverbot bestehen. Dafür erlaubt das neue Gesetz den Einsatz von Krypto-Assets zur Abwicklung von Außenhandelsverträgen zwischen russischen und ausländischen Geschäftspartnern.
