Nano-Diebstahl auf BitGrail: Klage gegen das Nano-Core-Team

Chiara Bachmann

von Chiara Bachmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Chiara Bachmann

Chiara Bachmann studiert im Master Wirtschaft & Recht mit Schwerpunkt Finance an der Hochschule Aschaffenburg. Sie interessiert sich nicht nur für Anwendungen in der Finanzbranche, sondern auch für den gesellschaftlichen Wandel, den die Blockchain mit sich bringen kann. Es ist ihr eine besondere Herzensangelegenheit auch Frauen für die Thematik zu begeistern.

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Quelle: inscription on the courthouse close-up via shutterstock

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In den Vereinigten Staaten wurde am District Court (entsprechend dem dt. Amtsgericht) Eastern District of New York eine Sammelklage durch Nano-Investoren (XRB, ehemals Raiblocks) eingereicht. Der Kläger, wie auch die Exchange BitGrail, verlangt eine Hard Fork vom Nano-Core-Team, um die Investoren zu entschädigen. Die Folgen eines derartigen Urteils sind für Nano und die Krypto-Ökonomie nicht absehbar. 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Chiara Bachmann

Bei Nano, ehemals RaiBlocks, handelt es sich um ein blockchain-basiertes System, in welchem einzelne Wallet-Hoster im Besitz ihrer eigenen Blockchain sind. Über eine Blockchain-Lattice werden die einzelnen Blockchains der User miteinander abgeglichen. So soll gemäß dem Team hinter Nano das Skalierungsproblem gelöst und kostenlose Transaktionen möglich sein. BTC-ECHO hat vor einiger Zeit das System genauer vorgestellt.

Mitte Februar 2018 wurden von der Krypto-Börse 17 Millionen Nano (damals mit einem Wert von 160 Millionen Euro) entwendet. Das BitGrail-Team erbat damals vom Nano-Development-Team eine Hard Fork, die diesen Diebstahl ungeschehen machen sollte, was das Team hinter Nano abgelehnt hat. Dabei wurde diese Hard Fork nicht einfach abgelehnt, sondern aus Developer-Sicht als unmöglich bezeichnet.

Diese Einordnung jedoch scheinen nicht alle zu teilen. Durch Alex Brola als namentlich genannter Kläger, vertreten durch die Kanzlei Silver Miller, wurde eine Klage eingereicht. Brola kaufte am 10.12.2017 Nano im Wert von 50.000 US-Dollar. Er klagt nicht gegen die italienische Exchange BitGrail selbst, sondern gegen das Nano-Core-Team. Die Klage lautet auf den unzulässigen Verkauf von nicht registrierten Wertpapieren sowie auf die Tatsache, der Exchange fahrlässig nicht vorhandene Zuverlässigkeit zugeschrieben zu haben.

Forderung einer Hard Fork zur Rettung der Gelder

Mit dieser Klage will man eine Art „Rettungs-Fork“ in eine neue Kryptowährung durch das Nano-Core-Team durchsetzen, um die Investoren zu entschädigen. BitGrail-Betreiber Francesco „The Bomber“ Firano legte den Diebstahl am 09.02.2018 offen. Im Nachgang kam es zu einem Konflikt mit den Nano-Entwicklern über die Frage, ob man die Blockchain im Nachhinein zum Vorteil der Investoren anpassen sollte. Nano beschuldigte Firano daraufhin auf dem offiziellen Blog, das Entwickler-Team sowie die Community in die Irre führen zu wollen.

Silver Miller wird während der Ermittlungsphase noch zahlreiche weitere vermeintliche Mitkläger kontaktieren. Die Kanzlei sieht sich als starken Verteidiger in Sachen Krypto-Betrug. Aktuell befindet sich die Kanzlei in diversen Rechtsstreits gegen große Krypto-Börsen wie Coinbase und Kraken sowie ICO-Promoter u. a. Monkey Capital und Tezos. Außerdem wirbt die Kanzlei mit einem Honorar auf Erfolgsbasis: Dieses wird demnach nur fällig, wenn der Kläger ganz oder mindestens zum Teil eine Entschädigung erhält.

Rettung der Investoren oder Angriff auf die Dezentralität?

Durch den Verlust von womöglich mehreren hundert Euro ist es nachvollziehbar, dass Investoren nun emotional reagieren. Es gibt jedoch zu bedenken, mit welcher Unbekümmertheit die Betroffenen die Dezentralität eines blockchain-basierten Websystems in die zentralisierten Hände der Justiz legen wollen. Ob man damit der Philosophie einer dezentralen Blockchain gerecht wird, ist also fraglich. Es besteht die Gefahr, dass so ein Präzedenzfall entsteht, mit dem man dezentrale Systeme kontrollieren möchte.

Auf welcher Seite dieser Debatte man auch stehen mag, ist die gesamte Causa um BitGrail eines der vielen Beispiele, die aufzeigen, dass man keine größeren Summen auf einer Exchange halten sollte. Diese sollte man auf Wallets transferieren, bei denen man selbst die Macht über den Private Key besitzt.

BTC-ECHO

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