Ethereum Vitalik Buterin: Der Traum vom Weltcomputer

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Quelle: Shutterstock

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Vitalik Buterin hat den Krypto-Kosmos auf den Kopf gestellt und mit Ethereum seinen Beitrag zur globalen Technisierung geleistet. Seine Vision vom Weltcomputer rückt dabei immer näher.

Während der oder die Bitcoin-Erfinder ihre Identität hinter Satoshi Nakamoto verschleiert haben, steht ein Gesicht wie kein zweites für den Ethereum-Kosmos: Vitalik Buterin. Der Überflieger mit kanadisch-russischen Wurzeln hat im zarten Alter von gerade mal 19 Jahren das zugrundeliegende White Paper verfasst und damit einem gesamten Krypto-Ökosystem die Türen aufgestoßen. Nicht zuletzt durch das bevorstehende Ethereum-Upgrade ist es an der Zeit, den bemerkenswerten Werdegang Revue passieren zu lassen.

Vom White Paper…


Vitalik Buterin kam am 31. Januar 1994 in der Stadt Kolomna in Russland auf die Welt. Im sechsten Lebensjahr zog er schließlich mit seinen Eltern in der Hoffnung auf bessere Lebensgrundlagen nach Toronto, Kanada. Das Talent für den Umgang mit Zahlen und Codes scheint Vitalik dabei schon in die Wiege gelegt worden zu sein: Sein Vater war Computerwissenschaftler, seine Mutter Wirtschaftsanalytikerin.

Nach seiner Ausbildung an der Abelard School, einer Privatschule mit sokratischen Lehrmethoden, begann er sich mit 17 Jahren für die noch junge Kryptowährung Bitcoin zu interessieren und verdingte sich als Autor auf dem Blog Bitcoin Weekly. Nachdem der Blog eingestampft wurde, gründete er gemeinsam mit Mihai Alisie im Jahr 2011 das Bitcoin Magazine. Nach einer Weltreise quer über den Globus, bei der sich Buterin mit zahlreichen Entwicklern austauschte, kehrte er schließlich 2013 nach Toronto zurück und schrieb das White Paper zur Ethereum Blockchain. Nachdem das Entwicklerteam ein Jahr lang an der Umsetzung getüftelt hatte, ging Ethereum schließlich am 30. Juli 2015 live.

…bis zum Weltcomputer

Nun, knapp 5 Jahre später, ist Ethereum zu einem globalen Blockchain-Netzwerk herangewachsen, das die Technologie der Smart Contracts und den Bereich dezentraler Finanzen (Decentralized finance, kurz: DeFi) erst ermöglicht hat. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 22 Milliarden US-Dollar ist Ether zudem hinter Bitcoin die zweitgrößte aller Kryptowährungen. Im Gegensatz zu Bitcoin fungiert Ether dabei der Idee nach jedoch weniger als Wertspeicher. Die Währung dient eher als Treibstoff eines ganzheitlichen Ökosystems und ist in Funktionen und Mechanismen eingebettet, die über das Traden hinausgehen: Mit der Ethereum Blockchain soll nicht weniger als ein dezentral verwalteter, durch Smart Contracts automatisierter Weltcomputer entstehen, der spezifischen Anwendungen von Entwicklern offen steht.

Dabei ist das Ethereum-Netzwerk keineswegs abgeschlossen, sondern im stetigen Wandel. Mit dem großen Upgrade Serenity, das sich über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren erstrecken soll, stehen der Blockchain viele Veränderungen bevor. Mit dem neuen Konsensmechanismus Proof of Stake, der Sharding-Funktion, einer neuen virtuellen Maschine und dem Asset Eth2 wird die Skalierung des Netzwerks ungleich beschleunigt. Dabei rückt die erste Stufe der Wiedergeburt, Phase 0, immer näher. Laut Buterin sei ein Start noch Mitte 2020 möglich. Ein sich anbietendes Datum wäre wohl der 30. Juli, wenn das Ethereum-Netzwerk seinen fünften Geburtstag feiert.

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