"Einrichtung vorerst nicht starten" 

Ledger bestätigt manipulierte Hardware-Wallet

Ledger hat erstmals eine physisch manipulierte Hardware-Wallet bestätigt. Auch in Deutschland könnten Geräte betroffen sein.

Moritz Draht
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Eine Ledger-Wallet liegt auf Krypto-Münzen

Beitragsbild: picture alliance

| Ledger bestätigt erstmals eine physisch manipulierte Hardware-Wallet

Ledger hat erstmals bestätigt, dass eine Hardware-Wallet eines betroffenen Nutzers physisch manipuliert wurde. Bei der Untersuchung des Geräts sei ein “nicht autorisiertes Hardware-Implantat” gefunden worden, teilte der Hersteller auf X mit. Zuvor hatten mehrere Kunden des asiatischen Ledger-Händlers CryptoBilis den Verlust ihrer Kryptowährungen gemeldet. Ledger nahm daraufhin Ermittlungen auf und warnte Kunden davor, dort gekaufte Geräte einzurichten oder zu nutzen.

Wie genau das Implantat funktioniert, hat Ledger bislang nicht erläutert. Untersuchungen zeigen, dass zusätzlich eingebaute Elektronik im Gerät Informationen vom Display abgreifen kann. Auf diesem wird bei der Einrichtung unter anderem die Recovery Phrase angezeigt. Gelangt diese an Angreifer, könnten diese damit auf die Wallet zugreifen.

Ledger weist zugleich darauf hin, dass nach bisherigem Stand nicht die eigene technische Infrastruktur angegriffen wurde. “Wir haben keine Hinweise darauf, dass Ledgers Sicherheitsinfrastruktur, Systeme oder Dienste kompromittiert wurden”, erklärt das Unternehmen. CryptoBilis hat den Verkauf sämtlicher Hardware-Wallets bis zum Abschluss der Untersuchung eingestellt.

Wie weit reicht der Ledger-Vorfall?

Unklar bleibt, ob sich die Manipulationen tatsächlich auf Geräte von CryptoBilis beschränken. Am Wochenende meldete ein Nutzer auf X auch mutmaßlich manipulierte Ledger-Wallets aus dem deutschen Einzelhandel. Eines der Geräte soll neu bei MediaMarkt gekauft worden sein. Ledger hat bislang keinen Zusammenhang zwischen diesen Funden und den bestätigten Fällen hergestellt.

Nutzern, die ihr Gerät über CryptoBilis gekauft und noch nicht eingerichtet haben, rät Ledger ausdrücklich davon ab, dies zu tun. Wer eine solche Wallet bereits nutzt, solle seine Kryptowährungen auf ein neues Gerät mit einem neuen Seed übertragen. Außerdem warnt der Hersteller vor Betrügern, die den Vorfall für Phishing-Angriffe nutzen: “Ledger wird niemals nach deiner 24-Wörter-Recovery-Phrase fragen”.

Wie die ersten Berichte über mutmaßliche Millionendiebstähle bekannt wurden und was hinter den Phishing-Warnungen steckt, lest ihr: 86 Millionen US-Dollar gestohlen? Davor warnt Ledger jetzt. Hinweise auf manipulierte Geräte aus Deutschland und den Kauf bei MediaMarkt haben wir hier zusammengefasst: Ledger-Skandal erreicht jetzt auch Deutschland: Nutzer meldet manipulierte Wallet von MediaMarkt

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