Justiz greift durch 

Krypto-Betrug über Jahre: So lockten Täter ihre Opfer in eine doppelte Falle

Ein internationales Krypto-Betrugsnetzwerk hat Anleger um Millionen gebracht. Nach jahrelangen Ermittlungen gelang dem FBI nun ein großer Schlag gegen die Täter.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt eine Hand, die nach einer Brieftasche greift

Beitragsbild: Shutterstock

| Weltweit kommt es immer wieder zu Krypto-Betrügereien

US-Ermittler haben ein internationales Krypto-Betrugsnetzwerk zerschlagen, das Anleger um mehrere Millionen US-Dollar gebracht haben soll. Bei einer gemeinsamen Operation der Staatsanwaltschaft Brooklyn und des FBI wurden insgesamt 241 betrügerische Internetadressen sowie 112 Server beschlagnahmt oder abgeschaltet. Die Täter hatten es vor allem auf russischsprachige Menschen in den USA abgesehen, von denen einige nach Angaben der Behörden ihre gesamten Ersparnisse verloren.

Der Betrug begann häufig mit russischsprachigen Werbeanzeigen auf Facebook, die hohe Gewinne durch Investitionen versprachen. Interessierte wurden anschließend von vermeintlichen Anlageberatern kontaktiert, die ihnen bei der Einrichtung eines Kontos auf einer angeblichen Handelsplattform halfen. Dort kauften die Opfer Kryptowährungen und überwiesen diese an Wallet-Adressen, die mit den betrügerischen Webseiten verbunden waren.

Krypto-Betrüger lockten Opfer mit hohen Gewinnen

Über Wochen oder Monate glaubten die Betroffenen, ihr Geld gewinnbringend angelegt zu haben. Sobald sie sich ihre vermeintlichen Gewinne auszahlen lassen wollten, wurden ihre Konten allerdings gesperrt oder zusätzliche Gebühren und Steuern verlangt.

Einige Wochen nach dem ursprünglichen Betrug meldeten sich die Täter erneut bei ihren Opfern und gaben vor, bei der Wiederbeschaffung der verlorenen Kryptowährungen helfen zu können. Für diesen angeblichen Service verlangten sie weitere Zahlungen, wodurch bereits Geschädigte erneut um ihr Geld gebracht werden sollten.

Die Ermittlungen liefen seit drei Jahren, wobei die Behörden zuvor rund 400 betrügerische Internetadressen aus dem Verkehr gezogen hatten. Da die Betreiber immer wieder neue Webseiten einrichteten, konzentrierten sich die Ermittler diesmal auf die technische Infrastruktur.

Bislang konnten die Behörden rund 300.000 US-Dollar an gestohlenen Geldern sicherstellen, weitere Vermögenswerte sollen nach Möglichkeit zurückgeholt werden. Festnahmen gab es bei der jüngsten Aktion nach bisherigen Angaben nicht: Durch die Abschaltung der Server haben die Ermittler allerdings auch den Zugriff auf gespeicherte Opferdaten und die Software der Betrüger unterbrochen, wodurch der erneute Aufbau entsprechender Webseiten erheblich erschwert werden soll.

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