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Krypto-News: Haltefrist vorerst gerettet – Ledger-Skandal erreicht Deutschland

Die Abschaffung der Krypto-Haltefrist verzögert sich, manipulierte Ledger-Wallets tauchen in Deutschland auf und die US-Inflation steigt stärker als erwartet. Die wichtigsten Krypto-News im Überblick.

Dominic Döllel
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Lars Klingbeil mit verschränkten Armen vor Bitcoin-Münzen und einem Steuerordner. Die geplante Bitcoin-Steuerreform könnte das Ende der einjährigen Bitcoin-Haltefrist bedeuten.

Beitragsbild: picture alliance/dpa | Michael Brandt und Shutterstock I Fotomontage

| Lars Klingbeil braucht mehr Geld – und will das über eine neue Bitcoin-Steuer einnehmen

Eine weitere spannende Woche im Krypto-Sektor neigt sich dem Ende zu. Die wichtigsten Ereignisse rund um Bitcoin, Ethereum und Co. kompakt im Überblick.

Krypto-Haltefrist: Abschaffung vorerst ausgebremst

Die geplante Abschaffung der einjährigen Krypto-Haltefrist verzögert sich. Bei einer Anhörung im Bundestag berieten Abgeordnete über eine Petition zum Erhalt der Steuerregelung, die mehr als 44.000 Menschen unterstützt hatten. Das Bundesfinanzministerium hält bislang an der geplanten Besteuerung von Krypto-Gewinnen unabhängig von der Haltedauer fest. In der Anhörung brachte ein Ministeriumsvertreter zudem eine mögliche Abschaffung der Steuerfreiheit für Gold nach einem Jahr ins Gespräch.

Die für den 14. Oktober erwartete Kabinettsbefassung fand dann allerdings nicht statt. Der Gesetzentwurf befindet sich weiterhin in der Ressortabstimmung. Neben der Petition wächst auch innerhalb der Union der Widerstand gegen die Reform. Mindestens zwölf Bundestagsabgeordnete haben sich kritisch geäußert. Wann die Bundesregierung über den Entwurf entscheidet, bleibt offen.

Wie umstritten die Reform ist, zeigt auch eine aktuelle Umfrage von BTC-ECHO und der IU Internationalen Hochschule. Darin bezifferten 41 Branchenexperten die Wahrscheinlichkeit, dass die Abschaffung innerhalb der kommenden sechs Monate gesetzlich beschlossen wird, im Durchschnitt auf 65 Prozent. Unter 254 Teilnehmern aus der BTC-ECHO-Community lag der entsprechende Wert sogar bei 69 Prozent.

Manipulierte Ledger-Wallets in Deutschland aufgetaucht

Der Sicherheitsvorfall rund um manipulierte Ledger-Wallets hat Deutschland erreicht. Ein Käufer entdeckte nach eigenen Angaben zwei verdächtige Geräte in unterschiedlichen MediaMarkt-Filialen. Der Elektronikhändler nahm daraufhin sämtliche Ledger-Produkte aus dem Verkauf. In Südostasien sollen durch vergleichbare Manipulationen bereits Kryptowährungen im Wert von rund 102 Millionen US-Dollar aus 324 Wallets entwendet worden sein.

Die Untersuchungen zu den manipulierten Ledger-Geräten zeigen, dass zusätzliche Elektronik die Wiederherstellungsphrase auslesen kann, ohne den Sicherheitschip anzugreifen. Der Genuine Check erkennt die Manipulation deshalb nicht. Wie die Geräte in den Einzelhandel gelangten, ist ungeklärt. Für direkt beim Hersteller gekaufte Wallets liegen bislang keine Hinweise auf Manipulationen vor.

US-Inflation steigt stärker als erwartet

Die Inflation in den USA ist im September auf 3,7 Prozent gestiegen und liegt damit über den Erwartungen von 3,6 Prozent. Im August hatte die Teuerungsrate noch 3,4 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Auch die Kerninflation übertraf mit 2,6 Prozent die Prognosen der Ökonomen.

Die neuen US-Inflationsdaten könnten den Spielraum der Federal Reserve für weitere Zinssenkungen einschränken. Anhaltender Preisdruck und eine restriktive Geldpolitik gelten als Belastungsfaktoren für risikoreiche Anlagen wie Bitcoin.

HEX-Gründer Richard Heart in Istanbul festgenommen

Der Krypto-Unternehmer und HEX-Gründer Richard Heart ist am 14. Oktober in Istanbul festgenommen worden. Türkische Polizei- und Geheimdienstbeamte nahmen ihn gemeinsam mit seiner Ehefrau fest. Hintergrund ist eine internationale Fahndung auf Ersuchen finnischer Behörden. Bei der Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmten Ermittler unter anderem Bargeld, Goldschmuck, elektronische Geräte und Schusswaffen.

Die Festnahme von Richard Heart steht im Zusammenhang mit finnischen Ermittlungen wegen schweren Steuerbetrugs und Körperverletzung. Auch die US-Börsenaufsicht SEC hatte dem Unternehmer 2023 vorgeworfen, mehr als eine Milliarde US-Dollar über nicht registrierte Krypto-Angebote eingesammelt zu haben. Die Klage wurde 2025 wegen fehlender gerichtlicher Zuständigkeit abgewiesen. Ob Finnland einen Auslieferungsantrag gestellt hat, ist bislang unbekannt.

61.000 Bitcoin: Gericht erschwert Rückgabe an Betrugsopfer

Im Streit um 61.000 beschlagnahmte Bitcoin im Wert von rund fünf Milliarden US-Dollar hat der High Court in London eine Vorentscheidung getroffen. Das Vermögen stammt aus einem Anlagebetrug der Chinesin Zhimin Qian, die zwischen 2014 und 2017 mehr als 128.000 Menschen geschädigt hatte. Die britische Polizei beschlagnahmte die Bitcoin 2018. Qian wurde im November 2025 zu elf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht entschied nun, dass für die Eigentumsansprüche der Betrugsopfer chinesisches statt britisches Recht maßgeblich ist. Die Geschädigten müssen ihre Ansprüche entsprechend nachweisen. Gelingt dies nicht, könnte Großbritannien einen erheblichen Teil der beschlagnahmten Bitcoin behalten. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

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