Nachlassplanung 

Lebensversicherung in Bitcoin: Sam-Altman-Unternehmen sammelt 180 Millionen US-Dollar ein

Vermögende Familien suchen nach einem Weg, ihre Bitcoin zu vererben, ohne sie vorher zu verkaufen. Ein Versicherer bietet genau das an. Wie funktioniert das Modell?

Jan-Malte Minnerup
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Bitcoin-Münze liegt zwischen Eis und gefrorenen Kristallen und symbolisiert wetterbedingte Ausfälle im US-Bitcoin-Mining und steigende Blockzeiten im Netzwerk

Beitragsbild: Shutterstock

| Für viele Bitcoin-Besitzer stellt sich irgendwann die Frage, was mit ihren Coins nach dem eigenen Tod passiert

Eine Lebensversicherung abschließen, die Beiträge vollständig in BTC bezahlen und später auch die Versicherungsleistung in der Kryptowährung erhalten? Das von OpenAI-Chef Sam Altman unterstützte Unternehmen Meanwhile hat mit diesem Geschäftsmodell in einer neuen Finanzierungsrunde weitere 37,5 Millionen US-Dollar eingesammelt. Damit steigt das insgesamt aufgenommene Kapital auf mehr als 180 Millionen US-Dollar.

BTC statt Euro oder US-Dollar

Anders als bei klassischen Lebensversicherungen werden bei Meanwhile die Beiträge und die späteren Versicherungsleistungen in Bitcoin berechnet. Das auf den Bermudas ansässige Unternehmen verfügt seit Juli 2024 über eine entsprechende Versicherungslizenz der dortigen Finanzaufsicht und führt selbst die Bilanz und den geprüften Jahresabschluss vollständig in BTC.

Interessant ist vor allem das Anfang 2026 eingeführte Produkt BTC Life 1-Pay, das sich an vermögende Kunden außerhalb der USA richtet. Hier zahlen Versicherte einmalig einen bestimmten Bitcoin-Betrag ein und im Gegenzug garantiert Meanwhile eine lebenslange Todesfallleistung, die ebenfalls in Bitcoin ausgezahlt wird. Darüber hinaus können Versicherte nach dem ersten Jahr bis zu 90 Prozent des angesparten Policenwertes beleihen. Feste Rückzahlungstermine oder automatische Nachschussforderungen bei fallenden Bitcoin-Kursen sind dabei nicht vorgesehen. Die aufgenommenen Kredite müssen allerdings einschließlich der anfallenden Zinsen zurückgezahlt werden.

Bitcoin-Vermögen an die nächste Generation weitergeben

Mit seinem Angebot richtet sich das Unternehmen insbesondere an Anleger, die bereits größere Bitcoin-Bestände besitzen und diese langfristig absichern oder vererben möchten. Seit der Einführung seiner neuen Versicherung hat Meanwhile bereits 15 Vertriebspartner gewonnen, die vermögende Kunden unter anderem in der Schweiz, Singapur, Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten betreuen. Anlässlich der Finanzierungsrunde erklärte Mitgründer und Geschäftsführer Zac Townsend, dass „wohlhabende Familien auf der ganzen Welt bereits Bitcoin besitzen. Was ihnen bisher fehlte, war eine regulierte Möglichkeit, ihn weiterzugeben.“

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