Das Unternehmen Qivalis hat von der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) die Zulassung als E-Geld-Institut erhalten und damit eine wichtige Voraussetzung für die Einführung seines Euro-Stablecoins erfüllt. Das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam wird von 37 europäischen Banken aus 15 Ländern unterstützt und will seinen digitalen Euro-Token in den kommenden Monaten auf den Markt bringen.
Der geplante Stablecoin soll im Verhältnis eins zu eins an den Euro gekoppelt sein und künftig Zahlungen sowie die Abwicklung von Finanztransaktionen über die Blockchain ermöglichen. Mit der erteilten Lizenz darf Qivalis entsprechende E-Geld-Token ausgeben, wobei das Unternehmen fortan der laufenden Aufsicht der niederländischen Zentralbank unterliegt. Vor dem Marktstart müssen allerdings noch die geltenden Anforderungen der europäischen Krypto-Verordnung MiCA erfüllt und das zugehörige Whitepaper veröffentlicht werden.
Euro-Stablecoin soll Europas Finanzmarkt stärken
Qivalis wurde im September 2025 gegründet und verfolgt das Ziel, eine europäische Alternative zu bestehenden Stablecoins aufzubauen.
CEO Jan-Oliver Sell sieht in der Zulassung einen wichtigen Schritt für die finanzielle Eigenständigkeit Europas. “Europas Währung verdient Europas Regeln, auch on chain. Mit dieser Zulassung hat Qivalis einen sehr wichtigen Schritt hin zur Ausgabe eines auf Euro lautenden EMT gemacht. Je stärker sich Finanzaktivitäten on chain verlagern, desto mehr wird die Frage, welche Regeln und welche Aufsicht für diese Infrastruktur gelten, zu einer Frage der europäischen Autonomie. Wir sind überzeugt, dass Europa ein auf Euro lautendes on Chain Settlement Asset braucht, das nach europäischem Recht emittiert wird und europäischen Regulierungsstandards unterliegt. Heute sind wir diesem Ziel ein gutes Stück nähergekommen.”
Organisatorisch ist das Unternehmen unabhängig aufgestellt, obwohl es von einem großen europäischen Bankenkonsortium unterstützt wird. Die Governance liegt bei einem unabhängigen Management-Team und einem Aufsichtsrat mit unabhängigen Mitgliedern. Dessen Vorsitzender ist Sir Howard Davies, der zuvor unter anderem die britische Finanzaufsicht FSA leitete und als Chairman der NatWest Group tätig war.
