Illegale Geldströme 

Tether soll Irans Schattenbanken geholfen haben: Der Firmenchef schlägt zurück

Tether gerät wegen möglicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen in die Kritik. CEO Paolo Ardoino kontert mit Zahlen, die ein anderes Bild zeichnen sollen.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt Paolo Ardoino

Beitragsbild: picture alliance

| Tether friert regelmäßig sanktionierte Wallets ein

Der weltgrößte Stablecoin-Anbieter Tether wehrt sich gegen schwere Vorwürfe aus dem US-Senat. In einem Bericht vom September werfen demokratische Senatoren dem Unternehmen vor, mit seinem Stablecoin USDT den iranischen Schattenbankensektor unterstützt und damit die Umgehung internationaler Sanktionen erleichtert zu haben. Tether-Chef Paolo Ardoino wies die Kritik am Montag zurück und erklärte, dass die Untersuchung wichtige Maßnahmen seines Unternehmens zur Bekämpfung illegaler Finanzströme außer Acht lasse.

Im Mittelpunkt steht eine Untersuchung unter der Leitung des demokratischen Senators Richard Blumenthal, die den Einsatz von Kryptowährungen innerhalb des iranischen Finanzsystems beleuchtet. Die Ermittler untersuchten 846 Wallet-Adressen, die von amerikanischen oder israelischen Behörden sanktioniert worden waren. Bei 84 Prozent dieser Adressen fanden sich Transaktionen mit USDT. Der Bericht wirft Tether außerdem vor, verdächtige Wallets in früheren Jahren nicht konsequent genug gesperrt zu haben.

Tether widerspricht Vorwürfen zu iranischen USDT-Transaktionen

Ardoino hält die Schlussfolgerungen der Senatoren für unvollständig und verweist auf die Zusammenarbeit mit internationalen Behörden. Nach seinen Angaben hat Tether seit 2023 verdächtige Wallet-Adressen durchschnittlich vier Wochen vor ihrer offiziellen Sanktionierung eingefroren. In 99 Prozent der von ihm genannten Fälle seien die betroffenen Adressen zudem gesperrt worden, bevor das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis sie entsprechend gekennzeichnet habe.

Diese Maßnahmen hätten laut dem Tether-Chef dazu beigetragen, dass das Stablecoin-Transaktionsvolumen mit Iran-Bezug um 94 Prozent zurückgegangen sei. Ardoino kritisierte außerdem, dass die Untersuchung zunächst an Medien weitergegeben worden sei, bevor sein Unternehmen die Gelegenheit erhalten habe, die Ergebnisse zu prüfen und darauf zu reagieren.

Bei seinem Auftritt auf der DC Fintech Week in Washington verteidigte Ardoino erneut das Vorgehen des Unternehmens: Ziel sei es, kriminelle Akteure von der Nutzung des USDT-Stablecoins auszuschließen. Allerdings räumte er ein, dass diese Bemühungen noch nicht abgeschlossen seien und gesperrte Akteure auf andere Zahlungsmittel ausweichen könnten, auf die Tether und amerikanische Behörden keinen direkten Einfluss hätten.

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