Interessenkonflikt? 

Tether-Skandal? Millionen flossen an Unternehmen eines ehemaligen Trump-Beraters

Tether zahlte 6,3 Millionen US-Dollar an die Firma eines Trump-Beraters. Genau in dieser Zeit verhandelte er über das Stablecoin-Gesetz.

Jan-Malte Minnerup
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Ein Mann im Anzug an einem Renderpult

Beitragsbild: picture alliance

| Bo Hines leitete bis August 2025 den Krypto-Beirat im Weißen Haus und wechselte danach zu Tether

Brisante Enthüllungen aus Washington werfen neue Fragen über die Entstehung eines der wichtigsten Krypto-Gesetze der USA auf. Denn: Während der frühere Berater von US-Präsident Donald Trump, Bo Hines, im Weißen Haus an der Regulierung von Stablecoins arbeitete, flossen Millionenbeträge des Krypto-Unternehmens Tether an eine Beratungsfirma, an der er selbst beteiligt war. Dass Hines nur wenige Wochen nach der Verabschiedung des Gesetzes ausgerechnet zu Tether wechselte, macht den Fall nicht weniger heikel.

6,3 Millionen Dollar für die Firma eines Trump-Beraters

Im Mittelpunkt der Enthüllungen steht das Unternehmen Nxum, das Hines gemeinsam mit seinem Vater Todd Hines und Geschäftspartner Gary Dennis gründete. Als Hines Anfang 2025 in die Trump-Regierung wechselte, zog er sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Allerdings blieb er weiterhin Miteigentümer und hielt ein Drittel aller Unternehmensanteile.

Im April 2025 trafen sich dann sein Vater und Dennis mit Tether-Chef Paolo Ardoino in New York. Wenig später kam eine Vereinbarung zustande, nach der Tether monatlich 415.000 US-Dollar für Marketing- und Kommunikationsleistungen zahlen sollte. Die erste Zahlung über 2,49 Millionen US-Dollar erfolgte bereits im Mai 2025 und wurde über einen Vermittler an Nxum weitergeleitet. Weitere Überweisungen folgten im Dezember 2025 und April 2026, wodurch Nxum insgesamt 6,3 Millionen US-Dollar durch die Vereinbarung verdiente.

Profitierte Tether von der US-Gesetzgebung?

Zu dieser Zeit wirkte Hines an der Verabschiedung des GENIUS Act mit. Das Gesetz legte im Juli 2025 erstmals landesweite Regeln für Stablecoins fest und bei den Verhandlungen setzte er sich unter anderem für eine dreijährige Übergangsfrist ein. Innerhalb dieser Frist müssen Krypto-Börsen Stablecoins aus ihrem Angebot entfernen, die nicht den neuen Vorschriften entsprechen. Ursprünglich war eine Frist von 18 Monaten vorgesehen und die Verlängerung kam auch Tether zugute. Auch wenn Nxum bestreitet, dass Hines zu seiner Zeit im Weißen Haus an den Geschäften mit Tether beteiligt gewesen ist, wirft der zeitliche Ablauf zumindest einmal Fragen auf.

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