Michael Saylor schießt in einer Reihe von X-Posts erneut gegen BIP-110. Der seit Ende 2025 kontrovers diskutierte Bitcoin-Vorschlag will Ordinals und andere nicht-monetäre Dateneinträge auf der Blockchain vorübergehend einschränken. “Die Basisebene von Bitcoin sollte einfach, neutral, knapp und sicher bleiben. Innovationen sollten an den Rändern stattfinden, wo die Nutzung freiwillig ist und Misserfolge lokal begrenzt bleiben”, schreibt der Strategy-Gründer. Änderungen am Bitcoin-Protokoll müssten “selten, zurückhaltend und von der Notwendigkeit geleitet sein, nicht von Ehrgeiz”.
Bitcoin habe bereits gewonnen, doch nun müsse die Community eine Zerreißprobe bestehen. Laut Saylor geht größte Bedrohung nicht etwa von einem externen Gegner aus, sondern von “der Korruption im Inneren: von Fraktionen, die Vorwände erfinden, die Regeln umschreiben und wirtschaftliche Rechte an sich reißen”. Im schlimmsten Fall könne der Kampf um die Bitcoin-Protokollregeln zum Dauerzustand werden, wodurch Kapital abfließen würde und Innovation zum Erliegen käme.
Regierungen sind keine Gefahr mehr für Bitcoin
Von staatlicher Seite aus befürchtet Saylor hingegen keine ernsthafte Bedrohung mehr im Jahr 2026. Zwar könnten Regierungen die Adoption von Bitcoin entweder beschleunigen oder verzögern, aber “sie können Bitcoin nicht stoppen”. Block für Block, Nation für Nation würde die Kryptowährung voranschreiten. In den Vereinigten Staaten könnte der Clarity Act bald einen transparenten Rechtsrahmen schaffen und damit die Mainstream Adoption fördern, aber das lange erwartete Krypto-Gesetz steht auf der Kippe.
Auch Blockstream-CEO Adam Back positionierte sich öffentlich gegen BIP-110 – und wählte nochmals deutlich schärfere Worte. Der Vorschlag hätte seiner Meinung nach keinesfalls die Zustimmung des Bitcoin-Erfinders bekommen, denn “Satoshi war nicht geistig zurückgeblieben“. Zudem verspottete Back die Initiatoren der Kampagne dafür, dass es ihnen nicht gelungen sei, die Initiative zu monetarisieren. Mit dem verpflichtenden Signaling ab Block 961.632 in voraussichtlich acht Tagen könnte der Konflikt seinen Höhepunkt erreichen.
